Elektroautos: Volltanken nur drei Euro

10.000 Elektrofahrräder sind in Oberösterreich unterwegs. Elektroautos gibt es noch wenig, obwohl der Betrieb günstig ist.

Das Schlagwort der Elektromobilität ist derzeit in aller Munde. Nicht nur umweltbewusst, sondern auch billig, sollen in Zukunft die Autos mit Elektromotoren angetrieben werden. "Eine Vollladung, die dann zwischen 100 und 150 Kilometer weit reicht, kostet zwischen drei und vier Euro", sagt Michael Frostel, Konzernsprecher der Energie AG. Das Unternehmen prüft gerade die Optionen, wo es Stromtankstellen für die Pkw geben könnte. Angedacht seien Ladestationen bei Bahnhöfen oder bei Pendlerparkplätzen. "Aber das ist noch Zukunftsmusik", erklärt Frostel. Die E-Mobilität stecke noch in den Kinderschuhen und die Zahl der umweltfreundlichen Vehikel sei noch überschaubar.

E-Fahrrad

Allerdings habe die Energie AG einige Schritte in Richtung arme Fortbewegung gesetzt. Beispielsweise hat der Konzern am Donauradweg Stromtankstellen für Elektrofahrräder aufgestellt. Hier können die Radler ihre leeren Akkus kostenlos wieder aufladen.

Der Lebensmittelhändler Spar geht einen ähnlichen Weg. In Kooperation mit der Linz AG hat er vor 30 Filialen im ganzen Land Ladestationen für einspurige Elektrofahrzeuge aufgestellt, die hier mit Strom betankt werden können. Die erste Tankstelle wurde am Freitag in Linz Kleinmünchen eröffnet. Das Unternehmen hat aber auch vorsorglich die Weichen für Autos getroffen, die hier an der Elektrobox in Zukunft betankt werden können. Die Kunden können ihre Scooter und Fahrräder während der Öffnungszeiten kostenlos aufladen. Das wird auch in Zukunft so bleiben. 40 Cent kostet das Volltanken eines Elektro-Fahrrads, das 80 Kilometer weit fährt. "Wenn wir Geld dafür verlangen würden, wäre die Administration teurer als die Einnahmen", sagt Jakob Leitner, Geschäftsführer von Spar Oberösterreich. Beim Betanken der Autos werde es anders aussehen. Hier müssen die Kunden dann für das Auffüllen des Akkus zahlen.

Das Unternehmen wolle mit den aufgestellten Ladestationen das Mobilitätsverhalten der Kunden beeinflussen. "Es geht dabei nicht um die Radfahrer, sondern um die Autofahrer. Mit den Elektrofahrrädern ist man auf Kurzstrecken teilweise schneller als mit dem Pkw", sagt Franz Hölzl, der Spar- Nachhaltigkeitsbeauftragte. Das Unternehmen ließ sich das Projekt 200.000 Euro kosten.

Infrastruktur

Umweltlandesrat Rudi Anschober begrüßt den Schritt der Supermarkt-Kette. Die Anschaffung der Elektrofahrräder laufe gut. Es gibt bereits 10.000 Elektrofahrzeuge in Oberösterreich, der Großteil sind Fahrräder. 100 Lademöglichkeiten stehen zur Verfügung. "Jetzt geht es um eine flächendeckende Infrastruktur." Sein Ziel sei, das bis 2013 umzusetzen. Die Gemeinden werden bei der Errichtung einer Ladestation mit bis zu 75 Prozent der Investitionskosten gefördert.

Eine weitere Initiative zur -Einsparung , die das Umweltressort ins Leben gerufen hat, ist die Aktion Solarschule. Seit vergangener Woche werden Bildungseinrichtungen gefördert, die auf ihrem Dach eine kleine Fotovoltaik-Anlage installieren. "45 Schulen machen bereits mit und von 65 gibt es Anfragen", freut sich Anschober.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011