APA14222488-2 - 20082013 - LINZ - ÖSTERREICH: ZU APA-TEXT CI - Blick auf das stark beschädigte Wohnhaus im Linzer Franckviertel am Montag, 19. August 2013, nachdem es in einer der Wohnungen zu einer Explosion gekommen ist. Das Haus wurde stark beschädigt, musste evakuiert werden und ist vorerst nicht mehr bewohnbar. APA-FOTO: FOTO-KERSCHI.AT/WERNER KERSCHBAU

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Linz
08/20/2013

Einsturzgefahr nach Explosion in Wohnhaus

Ein 93-Jähriger ringt um sein Leben, elf Personen wurden nur leicht verletzt.

Ein scheiß Montag ist das“, soll der 93-jährige Rudolf J. zu seinem Retter Paul Dostal gesagt haben – gleich nachdem dieser ihn aus einem Trümmerberg in seiner Küche geborgen hat. Dostal war als erster zur Stelle, als eine gewaltige Gasexplosion am Montagabend einen Wohnblock im Linzer Franckviertel in ein Schlachtfeld verwandelt hat.

„Alle sind aus dem Haus gerannt, viele mit Blut und Asche verschmiert, Mauerreste und Glassplitter in den Haaren. Ich habe schon viele schlimme Sachen gesehen, aber das hier muss auch erst verarbeiten“, schildert der 34-jährige Ex-Berufssoldat. Ohne zu zögern sei er in die Wohnung von Rudolf J. im ersten Stock gerannt, aus der dicker Qualm kam. Ein Polizist kam nach und half, den Schwerverletzten ins Freie zu tragen.

J. war am Dienstag im Linzer Unfallkrankenhaus im Tiefschlaf. 80 Prozent seiner Hautoberfläche sind dritten Grades verbrannt. Die Ärzte rechnen damit, dass er seinen schweren Verletzungen erliegen wird.

Schlachtfeld

Der Pensionist dürfte am Montag gegen 19.30 Uhr seinen Gasherd zum Kochen gezündet haben. Bei der Explosion wurden in seinem sowie im Nachbarhaus Mauerteile, Fensterrahmen samt Vorhängen und Türen aus den Verankerungen gerissen.

Kurios: Ein Kochlöffel wurde mit einer solchen Wucht weggeschleudert, dass er waagerecht in einer Hausmauer steckt. Für Schaulustige ein beliebtes Fotomotiv. Angesichts dieser Zerstörung grenze es an ein Wunder, sind sie sich einig, dass "nur" elf Personen leicht und eine schwer verletzt wurden.

Ilse F. wohnt direkt unter Rudolf J. – „mir wäre fast der Plafond um die Ohren geflogen“, sagt sie. Aus ihrer Wohnung habe sie in der Eile ein wenig Geld und ihren Führerschein retten können – „sonst habe ich nur noch das, was ich am Leib trage.“

Betretungsverbot

Für Verärgerung sorgt die Ansage der Wohnungsgesellschaft GWG, dass die Häuser wegen der Einsturzgefahr nicht mehr betreten werden dürfen. „Wir müssen aber rein, all unsere Sachen sind noch dort“, bleibt auch Andrea M. beharrlich. Die junge Frau sitzt seit einer Beinamputation im Jänner im Rollstuhl und hat ihre Wohnung gerade erst behindertengerecht ausgestattet. „Ich darf mich aber eh nicht beschweren. Ich hab’ großes Glück gehabt, dass ich das Haus zehn Minuten vor dem Tuscher verlassen habe. Ich war seither nicht mehr drin und weiß gar nicht, was bei mir alles kaputt ist.“

Sie ist ebenso wie die anderen Mieter der insgesamt 13 Wohnungen bei Verwandten untergeschlüpft. Die Hilfsmaßnahmen sind in vollem Gange. Bald sollen für die Betroffenen Ersatzquartiere bereitgestellt werden.

Am Mittwoch soll außerdem die genaue Ursache für die Explosion feststehen.

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