© Hans Luttinger

Chronik Oberösterreich
06/07/2021

Ein Garten der Menschenrechte

Norbert Knoll hat Österreichs größtes Heckenlabyrinth gepflanzt. Von Gerhard Marschall.

„Nach dem Entwurf hat das Projekt bald seinen eigenen Lauf genommen“, gesteht Norbert Knoll (57). „Der Mensch denkt und die Natur lenkt.“ Einem eigenen Takt folgend, ist auf rund 3.000 Quadratmetern nach und nach das „Mattigtaler Heckenlabyrinth der Menschenrechte“ entstanden, das größte seiner Art in Österreich. Die mittlerweile gut besuchte Attraktion zwischen Mauerkirchen und Uttendorf (Bez. Braunau) ist kein Irrgarten, will vielmehr Orientierung geben. Artikel 1 der Menschenrechtserklärung von 1948 ist das Leitthema. Knoll stammt von hier ab, lebt heute mit seiner Familie in Wien, wo er nach dem Volkswirtschaftsstudium hängen geblieben ist. Er arbeitet als Evaluator von Wirtschaftsförderungen.

Seine Berufswelt ist eine der Zahlen und Fakten, sein idealistisches Weltbild ist humanistisch. Als er das elterliche Haus, die Zeckauersölde in Reichsdorf, samt etwas Grund erbte, nahm er sich vor, einen Teil davon gemeinnützig zu verwenden. 2005 war der Start: Eine aus je 40 Kirschbäumen und Feldgehölzen bestehende Streuobstwiese gab die oktogonale Grundstruktur vor, Jugendliche aus dem „Friedensbezirk Braunau“ füllten diese später mit Hecken. Viele haben zur Verwirklichung beigetragen, Leonhard Jörg etwa, ein Freund aus der Studienzeit. Jedes Jahr hilft er beim Frühjahrsschnitt, dieser Tage war es wieder so weit. „Das Labyrinth muss ansonsten ohne laufende Betreuung auskommen“, sagt Knoll. Treibende Kraft sei die Natur mit ihrem Wachstum, der nur „kultivierend Richtung und Form“ gegeben werden müsse.

Rund 760 Meter sind es vom Eingang bis in das Zentrum, vier Plätze laden zum Verweilen und Nachdenken ein. So erinnert auf dem Feldahornplatz eine Kugel aus gelbem Granit daran, dass alle Menschen auf dem Erdball „gleich an Würde und Rechten“ sind. Dass sie „mit Vernunft und Gewissen begabt“ sind, symbolisiert auf dem Buchenplatz eine Betonskulptur des Wiener Künstlers Stephan Oismüller. In der Mitte angekommen, nach den vielen Wendungen des Weges, sollen die Menschen einander laut Knoll „im Geist der Brüderlichkeit“ begegnen.

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