Chronik | Oberösterreich
26.02.2015

Ehepaar von vier Tätern überfallen und gefesselt

Maskierte fesselten und knebelten zwei Senioren auf Bauernhof. Alarmfahndung läuft.

„Die Täter müssen genau gewusst haben, was bei meinem Onkel zu holen ist und auch, wie sein Tagesablauf ausschaut. Sonst wäre doch niemand auf die Idee gekommen, in einem so abgelegenen Haus nach Wertsachen zu suchen“, sagt Alfons B. aus Rutzenham.

Es war am Donnerstag um 8.05 Uhr, als Alois und Stefanie H. – in der Küche ihres Bauernhofs sitzend – von vier mit Sturmhauben maskierten Männern überfallen wurden. „Geld, Geld, Geld“, forderte das Quartett mit ausländischem Akzent. Unter Vorhalt eines kleinen und eines großen Messers drohten sie dem Ehepaar, es abzustechen.

„Sie haben zuerst den Mann überwältigt, gefesselt und in einen Abstellraum gesperrt, mit seiner Frau ist das Gleiche passiert“, sagt Markus Kern von der Landespolizeidirektion. Die Opfer wurden auch geknebelt. Die Maskierten rissen Alois H. den Tresorschlüssel ab, den er um den Hals trug. Offenbar wussten die Räuber auch, wo der Safe steht. „Sie haben ihn ausgeräumt und sind mit Bargeld und Goldmünzen in unbekannte Richtung geflüchtet“, erklärt Kern.

Nach einer halben Stunde sei es den Opfern aber gelungen, sich von den Fesseln zu befreien. Da die Täter die Telefonschnur durchtrennt hatten, fuhr Alois H. zum Nachbarn und alarmierten die Polizei. Beide Opfer erlitten einen Schock. Alois H. trug bei dem Überfall Schürfwunden im Gesicht davon. Die vier Männer sollen dunkel gekleidet und zwischen 20 und 30 Jahren alt sein. Über ihr Fluchtfahrzeug ist nichts bekannt.

„Meine Cousine hat eine halbe Stunde vor dem Überfall mit ihren Kindern das Haus verlassen. Das dürften die Räuber abgewartet haben“, sagt Neffe Alfons B. Dass sein Onkel den Safeschlüssel stets um den Hals trug, sei bekannt gewesen.

Rangelei mit Einbrecher

Ein Einbrecher hat in der Nacht zum Donnerstag ein Ehepaar in Enns niedergeschlagen. Die Besitzer eines Blumenladens hatten Lärm im Geschäftslokal gehört. Es kam zu einer Rangelei. Der Einbrecher flüchtete mit Bargeld aus der Registrierkassa.

Trio überfiel Pensionisten: Ein Verdächtiger ist erst 13

Nach dem brutalen Überfall auf einen 64-Jährigen in seinem Haus in Neukirchen an der Enknach, Bezirk Braunau, hat die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass einer der drei Verdächtigen noch nicht einmal strafmündig – also unter 14 Jahre alt – ist. Um den 13-jährigen deutschen Staatsbürger und einen weiteren Jugendlichen (17) kümmern sich nun die deutschen Behörden.

„Für den 17-Jährigen hätten wir eine Auslieferung beantragen müssen. Bei dem 13-Jährigen wäre das gar nicht möglich“, sagt Alois Ebner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ried.

Der dritte Jugendliche, ein Innviertler (17), befindet sich in Oberösterreich in Untersuchungshaft, nachdem er sich der Polizei gestellt hatte. Gegen ihn wird wegen schweren Raubes ermittelt.

Das Trio soll den Pensionisten am 14. Februar überfallen, mit einem Messer bedroht und mit Klebebändern gefesselt haben. Die Jugendlichen stahlen ein Handy, Bargeld, Waffen und den Wagen des 64-Jährigen.