Der Mann stellte sich am Freitag der Polizei

© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Oberösterreich
07/18/2020

Dreifacher Mordversuch in OÖ: 21-Jähriger geständig

Verdächtiger wollte Ex-Lebensgefährtin und zwei Kinder töten, scheiterte jedoch zum Glück.

Der 21-Jährige, der in der Nacht auf Freitag in einer Gemeinde im Bezirk Schärding im Innviertel zuerst seine Ex-Lebensgefährtin und dann zwei Kinder zu töten versucht haben soll, ist geständig. Der Verdächtige werde Samstagnachmittag in die Justizanstalt Ried im Innkreis eingeliefert. Die Staatsanwaltschaft werde U-Haft beantragen, so der Sprecher, Alois Ebner, Samstagvormittag gegenüber der APA.

Das Motiv der Tat soll das Beziehungsende und Eifersucht wegen eines mutmaßlichen neuen Freundes der 26-jährigen Ex-Lebensgefährtin gewesen sein. Der Verdächtige und die 26-Jährige - beide Österreicher - leben schon einige Zeit getrennt, der Mann dürfte sich aber wegen der gemeinsamen zehn Monate alten Tochter immer wieder im Mehrparteienhaus, in dem sich die Tat ereignete, aufgehalten haben.

Auslöser für die dramatischen Geschehnisse in der Nacht auf Freitag dürfte laut Ebner gewesen sein, dass der Verdächtige am Handy seiner Ex-Lebensgefährtin Hinweise auf eine neue Beziehung gefunden habe: "Der 21-Jährige hat offenbar gehofft, dass sich die Beziehung wieder einrenkt - doch dabei erkannte er, dass es mit der Beziehung nichts mehr werden wird und das dürfte ihn so in Rage gebracht haben."

Brutales Vorgehen

Der junge Mann soll zunächst seine Freundin im Schlafzimmer bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Danach schnappte er sich die Kinder - seine zehn Monate alte Tochter und den fünfjährigen Stiefsohn - und steckte sie in eine mit Wasser gefüllte Badewanne. Danach warf er einen am Strom angesteckten Toaster ins Wasser. Scheinbar wollte er im Zuge dessen Selbstmord begehen, denn er stellte auch seinen Fuß ins Wasser. Der Fehlerstrom-Schutzschalter unterbrach jedoch den Stromkreis und die drei überlebten.

Der 21-Jährige ließ jedoch vom Vorhaben nicht ab, seine Familie zu töten: Er ging mit den Kindern wieder zurück ins Schlafzimmer, holte zwei Gaskartuschen und öffnete das Ventil. Trotz des ausströmenden Gases begann jedoch das zehn Monate alte Kind so laut zu schreien, sodass die Mutter wieder zu sich kam. Sie fragte den Mann, was er mache. Daraufhin öffnete er noch das Fenster und flüchtete mit dem Moped zu seinem einigen Kilometer entfernten Elternhaus. Dort unternahm er einen weiteren Selbstmordversuch mit Tabletten. Als der 21-Jährige aber wieder aufwachte, verließ er das Haus und kaufte sich eine Tageskarte zum Fischen.

Dort hat die Polizei den Verdächtigen dann auch mehrfach am Handy angerufen, nachdem die Frau Freitagmittag Anzeige erstattet hatte. Irgendwann hat der Verdächtige auch abgenommen und sich von einem Kriminalbeamten überreden lassen, sich zu stellen. Der Verdächtige wurde von einem Freund zur Polizeiinspektion gebracht, so Ebner.

Bei der Vernehmung zeigte sich der Verdächtige voll geständig. Die Aussagen des 21-Jährigen und des Opfers würden auch übereinstimmen. Es gibt laut Staatsanwaltschaftssprecher keine Hinweise, dass der Täter bei er Tat nicht voll zurechnungsfähig gewesen sein sollte. Gegen den 21-Jährigen wird wegen dreifachen versuchten Mordes ermittelt.

Wer Suizid-Gedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge in Österreich kostenlos unter der Rufnummer 142.

Das neue österreichische Suizidpräventionsportal 
www.suizid-praevention.gv.at bietet Informationen zu Hilfsangeboten für drei Zielgruppen: Personen mit Suizidgedanken, Personen, die sich diesbezüglich Sorgen um andere machen, und Personen, die nahestehende Menschen durch Suizid verloren haben. Das Portal ist Teil des österreichischen Suizidpräventionsprogramms SUPRA des Gesundheitsministeriums.

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