© APA/VERENA LEISS

Chronik Oberösterreich
06/29/2020

Mordversuch: Angeklagte bestreitet Bluttat an Freund

Ukrainerin soll Mann mit großem Fleischmesser verletzt haben. Sie behauptet, er habe es selber getan.

Eine 45-jährige Ukrainerin, die im Herbst 2019 in Haslach (Rohrbach) ihren Lebensgefährten mit einem Fleischmesser  schwer verletzt haben soll, muss sich seit Montag am Linzer Gericht wegen Mordversuchs verantworten. Die Frau bekannte sich nicht schuldig. Das Urteil ist für Mittwoch geplant.

Das Paar hatte sich in Tschechien kennengelernt. Beide hätten laut Staatsanwaltschaft regelmäßig viel Alkohol konsumiert und es sei immer wieder zu Handgreiflichkeiten gekommen. Dennoch wollte man heiraten. Die Frau musste kurz zurück in die Ukraine, weil ihr Visum abgelaufen war. Daher habe sie laut Staatsanwältin einen gewissen „Zeitdruck“ gehabt, was die Hochzeit anging.

„Herumgefuchtelt“

Am Tattag gab es Streit. Es dürfte um Geld, Alkohol und die Hochzeitsvorbereitungen gegangen sein. Die Frau habe laut Staatsanwältin ein Fleischmesser  sowie ein kleines Messer genommen und damit „herumgefuchtelt“. Sie habe ihm die große Klinge in den Bauch gerammt und mit dem kleinen Messer eine leichtere Verletzung am Rücken zugefügt. Laut Nachbarn habe der Schwerverletzte geschrien: „Die Sau hat mich abgestochen.“

Die Angeklagte bestreitet die Tat. In ihren bisherigen Aussagen behauptete sie, der Mann sei im Streit mehrmals aus der Wohnung gelaufen.  Beim letzten Mal habe er einen Messerstich im Bauch gehabt. Sie glaube, dass er sich den selbst zugefügt habe, um Geld aus der Versicherung zu kassieren. Das wiederum stellte das Opfer in Abrede. Der Mühlviertler bestätigte, dass die Frau das Messer geführt habe.

Die genauen Details – vor allem die Frage, ob sie gezielt zugestochen hat  – waren ihm nicht in Erinnerung. Schließlich meinte er, es könnte einfach „blöd passiert“ sein. In einer früheren Einvernahme hatte er geäußert, er könne sich vorstellen, die Beziehung zu der Frau fortzusetzen.