Die wunderbaren Kräfte des Christbaums

Die Pflanze wirkt desinfizierend, verschließt Wunden, hilft gegen Husten und beruhigt bei Stress.

Die Tanne gilt in unseren Breiten als traditioneller Weihnachtsbaum, dabei ist der Brauch gar nicht so alt. Anfang des 19. Jahrhunderts war er bei uns wenigen Menschen bekannt. Bei den Kelten galten Tannen als Sinnbild für Größe, Stärke, Weisheit und Würde. Im Christentum steht die Tanne als Weihnachtsbaum für die Schönheit des ewigen Lebens, die sie mit Christus gemeinsam hat. Die Verbindung mit Weihnachten stammt von ihrer Glück verheißenden Aura. Der Mensch holte sich die Pflanze in der dunklen Jahreszeit gerne ins Haus. Tannenzweige wurden auf die Herdplatte gelegt, der Duft vermittelte Geborgenheit und Frieden.

Gegen Geister

Eine Pionierin der Heilkräuter, die Äbtissin Hildegard von Bingen schrieb in ihrer vor 800 Jahren verfassten Naturheilkunde: „Die Tanne ist mehr warm als kalt und enthält viele Kräfte. Geister hassen Tannenholz und vermeiden Orte, an denen sich solche gefindet.“

Tannennadeln, -zapfen und -harz sind in der Räuchertradition von alters her vertreten. Sie gehören in die Räuchermischungen der Raunächte und dienen zur Desinfektion, besonders an Orten wo viele Menschen zusammenkommen. Denn die Tanne reinigt den Ort von dunklen und schweren Stimmungen. Die Nadeln enthalten duftende ätherische Öle, die bei Erkältungskrankheiten als Tee und als Bad hilfreich sind. Sebastian Kneipp empfahl Tannentee aus frischen Trieben zur Förderung des Auswurfes bei Husten und Verschleimungen. Einen Tee aus den grünen Tannenzapfen verwendete er, um die Stimmbänder geschmeidig zu machen, aber auch bei Lungenleiden und Bronchitis zum Gurgeln.

Beruhigung

Zur Stärkung der Nerven ist besonders das Bad zu empfehlen. Es hilft gegen Stress und wirkt beruhigend. Auch bei Erkältungen und Blasenentzündungen ist ein Bad hervorragend geeignet. Das nach Zitrone und Gewürzen duftende Harz, das bei Verletzung der Rinde aus dem Baum austritt, verschließt nicht nur die Wunde an der Pflanze. Genauso wird es als Wundheilmittel für Menschen bei frischen Wunden und Verletzungen angewendet. Es wirkt desinfizierend und ist daher in vielen Salben und Pflastern enthalten. Das Harz wirkt außerdem durchblutungsfördernd und wird Rheuma- und Arthrosensalben beigemischt.

Ein altes Heilmittel ist die aus Olivenöl, Bienenwachs und Harz hergestellte Pechsalbe. Noch heute wird sie bei Verstauchungen und Abschürfungen, als Zugsalbe bei Splittern, aber auch bei Fieberblasen verwendet.

Monika Kronsteiner ist Kräuterpädagogin und schreibt regelmäßig im KURIER Oberösterreich.

www.kneippen.at

( Kurier ) Erstellt am 22.12.2012