Die Register der Duftorgel ziehen

Sinnesrausch Linz, Installation der tschechischen Künstlergruppe Orbis Pictus Play
Foto: Orbis Pictus Play Im Zentrum: Die Installationen der tschechischen Künstlerplattform „Obis Oictus Play“ am Ende des Parcours sind das Herzstück der Ausstellung.

Nachdem die Höhenräusche die Massen über die Linzer Landstraße lockten, kann man sich nun voll seinen Sinnen hingeben.

Noch wird fleißig gewerkt am ersten Großprojekt des neuen Kulturquartiers. Zeitgerecht zur Eröffnung am 14. Juni soll aber alles fertig sein für den Sinnesrausch. 35 nationale und internationale Künstler werden mit ihren 50 Objekten und Installationen dafür sorgen, dass den  Besuchern des Rundweges weder Hören und Sehen noch Riechen, Schmecken und Tasten vergehen. Im Offenen Kulturhaus, im Ursulinenhof und am Höhenrausch-Dach wird nämlich kommende Woche  gezeigt, wozu die Sinne der Menschen fähig sind, wenn sie  Reize vorgesetzt bekommen.

Skyline

Sinnesrausch Foto: © PETSCHENIG/PICTURENEWS.AT Mit den Wassertürmen sieht Linz ein wenig so aus wie New York.

Unübersehbar sind schon jetzt die vier  verwitterten Wassertürme aus Holz auf dem Dach des OK-Hauses. Sie sehen  aus, als wären sie  aus den USA in die Landeshauptstadt importiert worden. Die Behälter stammen von den Berliner Künstlern Folke Köbberling  und Martin Kaltwasser. Die Recycling-Spezialisten haben Teile der vormaligen Höhenrausch-Stege abgebaut und die Materialien wiederverwertet. Zählt doch die Transformation zu einer der klassischen Verfahrensweisen der zeitgenössischen Kunst.

Köbberling und Kaltwasser greifen mit ihren Bauwerken auch spielerisch in die gewohnte Skyline der Landeshauptstadt ein, die jetzt ein wenig so wirkt wie eine Westernstadt oder auch New York – je nachdem, wie man sie eben sehen will. Das Dach wird auch ein Platz zum lustigen Plantschen. Das Institut Raum und Design der Kunstuniversität hat hier unter der Leitung Robert Hübners und Josef Bauers einen fantastischen Wasserspielplatz entwickelt.

Gerüche

Dem Riechen räumen die Ausstellungsmacher besonders viel Platz ein. Schließlich kann der Mensch 10.000 Gerüche voneinander unterscheiden. Der Oberösterreicher Wolfgang Georgsdorf, der  nun schon lange in der deutschen Hauptstadt seine Zelte aufgeschlagen hat, bringt zwei seiner Duftorgeln nach Linz. Bei dem mechanischen Prototyp „Smeller 1.0“ aus dem Jahre 1996 können die Besucher die Register ziehen. Statt klassischer Töne umschmeicheln sie dann Tausende Gerüche. Extra für den Sinnesrausch hat  der Künstler die digitale Version des Geräts, den „Smeller 2.0“ entwickelt. Die Besucher können hier vorgegebene Duftkompositionen aufnehmen und sich auf Knopfdruck die selbstkomponierten Aromen um die Nase fliegen lassen.

Parfum

Auf dem Dachboden des Ursulinenhofes kann man sich den Weg durch das Labyrinth „Turbulent Souvenirs“ von Helga Griffiths bahnen. Die raumübergreifende Installation ist mit 15.000 Duftstreifen bestückt. Darin schwebt  der Duft des 1912 kreierten  Parfüms „„L’Heure Bleue“ von Jacques Guerlain. Und am Ende des Parcours wartet die fantastische Welt der Wahrnehmungsobjekte der tschechischen Künstlerplattform „Orbis Pictus Play“ im Ursulinensaal auf die Besucher. Die sind, so heißt  es beim Kulturquartier, das Herzstück der Ausstellung.

Der Sinnesrausch hat ab 14. Juni bis zum 20. September täglich außer Montag zwischen 10 und 21 Uhr geöffnet. Eintritt: 10 €, ermäßigt 8€.  

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(kurier) Erstellt am
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