Chronik | Oberösterreich
31.12.2011

„Die Post hat den ländlichen Raum aufgegeben“

Die Postfiliale hat zugesperrt, Postpartner gibt es keinen mehr. Was bleibt, ist eine Abholstelle im Gemeindeamt.

Sechs Kilometer bis zum nächsten Postamt – in Gampern, Bezirk Vöcklabruck, ist das Realität. Will ein Einwohner ein Päckchen versenden, muss er nach Vöcklamarkt fahren. In Gampern gibt es seit 2005 keine Post mehr und auch der Postpartner hat 2010 geschlossen.

„Ich habe das Gefühl, die Post hat den ländlichen Raum aufgegeben“, sagt Bürgermeister Hermann Stockinger im Gespräch mit dem KURIER. „Als wir erfahren haben, dass unsere Post geschlossen wird, haben wir uns sehr stark gewehrt. Aber uns wurde nur gesagt, dass nichts mehr zu machen ist.“

Seit gut einem Jahr befindet sich nun im Gemeindeamt eine Abholstelle. „Die Post fährt zwar nach wie vor die Pakete aus. Wenn jedoch niemand daheim ist, kommen die Päckchen und Briefe zu uns. Dort stehen sie dann zur Abholung bereit.“

Sechs Kilometer bis zum nächsten Postamt – in Gampern, Bezirk Vöcklabruck, ist das Realität. Will ein Einwohner ein Päckchen versenden, muss er nach Vöcklamarkt fahren. In Gampern gibt es seit 2005 keine Post mehr und auch der Postpartner hat 2010 geschlossen.

„Ich habe das Gefühl, die Post hat den ländlichen Raum aufgegeben“, sagt Bürgermeister Hermann Stockinger im Gespräch mit dem KURIER. „Als wir erfahren haben, dass unsere Post geschlossen wird, haben wir uns sehr stark gewehrt. Aber uns wurde nur gesagt, dass nichts mehr zu machen ist.“

Seit gut einem Jahr befindet sich nun im Gemeindeamt eine Abholstelle. „Die Post fährt zwar nach wie vor die Pakete aus. Wenn jedoch niemand daheim ist, kommen die Päckchen und Briefe zu uns. Dort stehen sie dann zur Abholung bereit.“

Sechs Kilometer bis zum nächsten Postamt – in Gampern, Bezirk Vöcklabruck, ist das Realität. Will ein Einwohner ein Päckchen versenden, muss er nach Vöcklamarkt fahren. In Gampern gibt es seit 2005 keine Post mehr und auch der Postpartner hat 2010 geschlossen.

„Ich habe das Gefühl, die Post hat den ländlichen Raum aufgegeben“, sagt Bürgermeister Hermann Stockinger im Gespräch mit dem KURIER. „Als wir erfahren haben, dass unsere Post geschlossen wird, haben wir uns sehr stark gewehrt. Aber uns wurde nur gesagt, dass nichts mehr zu machen ist.“

Seit gut einem Jahr befindet sich nun im Gemeindeamt eine Abholstelle. „Die Post fährt zwar nach wie vor die Pakete aus. Wenn jedoch niemand daheim ist, kommen die Päckchen und Briefe zu uns. Dort stehen sie dann zur Abholung bereit.“

Teufelskreislauf

Problematisch wird es dann, wenn man Briefe und Pakete von Gampern verschicken will. „Dazu muss man entweder nach Vöcklamarkt fahren, oder versuchen, den Briefträger abzuwarten.“ Dass man sich dazu im Vorhinein Briefmarken besorgen muss, ist für die Einwohner selbstverständlich. Diese bekommt man jedoch auch nur in Vöcklamarkt. „Der Wahnsinn ist, dass wir die Arbeit der Post übernehmen, unentgeltlich“, so Stockinger. „Jährlich fallen dadurch zusätzliche Kosten in der Höhe von 7000 bis 10.000 Euro an, die letztendlich wieder von unseren Bürgern getragen werden.“

Barbara Hauser, Angestellte auf der Gemeinde, muss die Postarbeit in ihren täglichen Beruf integrieren. „Insgesamt hatten wir in der Weihnachtszeit 108 Packerln und viele Briefe, da dauert die Abwicklung natürlich schon länger“, sagt die 20-Jährige. Im Dezember war laut Stockinger ein ganzer Raum voll mit Paketen und Geschenken. „Da ist bei uns auf der Gemeinde immer die Hochsaison.“

Aufgelassen

atalin Kőrösi hat 2008 die Postpartnerschaft in Gampern übernommen und zwei Jahre später wieder aufgelassen. „Hauptgrund war, dass es sich finanziell nicht ausgezahlt hat. Zusätzlich war es auch relativ kompliziert, mit den Regeln, den Gebühren und Paketen“, sagt die gebürtige Ungarin.

Die 45-Jährige hat die Postservicestelle in ihren Kunsthandwerksshop eingegliedert, den sie ebenfalls geschlossen hat. „Am Anfang war es sehr zäh. Es hat neun Monate gedauert, bis die Post meinen Antrag auf Partnerschaft geprüft hat“, erinnert sie sich. „Es war einfach eine schwere Geburt.“ Im Großen und Ganzen sei sie aber mit der Post zufrieden gewesen. „Menschlich war es völlig in Ordnung.“

137 Ämter gesperrt, 1400 Postler weniger

Diese Postämter werden heuer geschlossen: 4029 Linz, 4033 Linz-Ebelsberg, 4052 Ansfelden, 4059 Leonding, 4402 Steyr und 5122 Ach.

137 Filialen wurden seit 2006 in Oberösterreich zugesperrt, im vergangenen Jahr 2011 waren es 17. Betroffen sind vor allem Filialen, die sich nicht kostendeckend führen lassen, argumentiert die Österreichischen Post AG. Derzeit gibt es noch 88 Postämter in Oberösterreich.

Nach den im Frühjahr geplanten sechs weiteren Auflösungen sind es dann 82. Auch der Personalstand in Oberösterreich ist alarmierend. Gab es 2002 noch 5032 Bedienstete, betrug der Personalstand mit Ende 2011 nur noch 3633.

„Diese Entwicklung ist vor allem auf Pensionierungen, freiwillige Austritte oder berufliche Wechsel zurückzuführen“, sagt Markus Sammer, Vorsitzender der Postgewerkschaft Oberösterreich.

Aufgrund der Filialschließungen hätte es keine Entlassungen gegeben. „Es gab versteckte Kündigungen. Mitarbeiter haben Einmalzahlungen in Anspruch genommen und sind freiwillig ausgeschieden.“ Es werde behauptet, Postpartner können alles besser. „Da ist die interne Stimmung nicht gut“, sagt Sammer.

Aktuell gibt es in Oberösterreich 253 Postpartner, die unter anderem bei Nahversorgern oder auf Gemeindeämtern integriert sind. Aber auch diese Fassade bröckelt: „Langsam müssen auch schon Postpartner zusperren“, weiß Sammer. Laut Wirtschaftskammer schließen jährlich zwischen sieben und zwölf Postpartner in Oberösterreich ihre Türen.

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