Die meisten Asylwerber in Linz, die wenigsten im Bezirk Ried

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Foto: Thomas Leitner Laut Gemeinde-FP geht vom Asylwerberheim Lambach Gefahr aus.

2736 Flüchtlinge leben im Land. In Lambach erregt eine Unterkunft derzeit die Gemüter.

Heftige Proteste in einigen Gemeinden begleiteten in den vergangenen Monaten die Suche nach neuen Quartieren für Asylwerber in Oberösterreich.  Seit Dezember erfüllt das Land die mit dem Bund vereinbarten Quoten an Unterkünften. Nun hat Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Ackerl (SP) in einem Schreiben über die  aktuellen Zahlen der Asylwerber  informiert.

Demnach  sind  2736  Zuflucht-Suchende im Land untergebracht. Die meisten Flüchtlinge, nämlich 687, leben derzeit in Linz. Dahinter folgt der Bezirk Vöcklabruck mit 555 Menschen. Auf Platz drei rangiert mit  279  Personen der Bezirk Perg. Schlusslicht ist der Bezirk Ried, wo 26 Asylwerber untergebracht sind. Der angebliche Grund für die eklatanten Unterschiede: „Kaum eine Gemeinde hat  Bereitschaft signalisiert, bei der Suche nach einer Unterkunft behilflich zu sein“, schreibt der Soziallandesrat. „Dadurch sind wir auf Angebote  privater Quartiergeber angewiesen. Damit wird eine   gleichmäßigere Verteilung erschwert.“ Nach wie vor gibt es vereinzelt  Wirbel um  Quartiere.

In Bad Leonfelden  bewarfen in der Nacht auf Mittwoch Unbekannte die Fassade einer geplanten Asylunterkunft mit Eiern  und zertrümmerten ein Fenster (der KURIER berichtete). Und der Besitzer des Hauses erhielt  anonyme Drohanrufe. In Lambach sorgt eine   Postwurfsendung der  Gemeinde-FP  für Aufregung.  Sie schreibt, dass das von „vorwiegend aus Tschetschenien, Georgien und Pakistan eingeschleppten Leuten bewohnte Asylantenheim (...) eine Gefahr“ sei. Als   Beleg wird ein des Mordes verdächtiger Tschetschene herangezogen, der  vier  Jahre in der Marktgemeinde  gelebt hatte.

Kritik

Bürgermeisterin Christine Oberndorfer (VP) ist  verärgert. „Das will ich nicht kommentieren.“ Die grüne Menschenrechtssprecherin  Maria  Buchmayr spricht von einem „Meisterstück an  Hetze.“ Auch Alexander Pollak,  Sprecher von SOS-Mitmensch, verurteilt: „Asylwerber werden als ‚eingeschleppte Leute‘ bezeichnet,  als wären sie eine Krankheit.“  FP-Ortsparteiobmann Werner Hradil widerspricht. „Das ist nicht so gemeint.“ Vielmehr seien damit jene Menschen gemeint, die mit Schleppern ins Land kommen würden und bei denen auch kein Asylgrund vorliege.

(Kurier) Erstellt am
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