Dezentralisierung als Hoffnung
Josef Ertl
Seine Erkenntnis beruht auf seiner neunjährigen Erfahrung als Bürgermeister von Manchester. Sein Credo: Politische Macht muss von unten nach oben fließen.
Dezentralisierung würde auch Oberösterreich guttun. Geht es nämlich nach den Vorstellungen der Zentralisten und der Bundesregierung, käme es zu einem Kahlschlag in der Linzer Universitätslandschaft. Die Digitaluniversität IT:U würde verschwinden, die medizinische Fakultät der Kepleruniversität würde finanziell ausgehungert, die Bruckneruniversität müsste verschwinden („kein öffentliches Geld mehr für Privatuniversitäten“), die Budgets der Kepleruni und der Kunstuniversität würden um 20 Prozent gekürzt. Ein schwerer Schlag für den Bildungs- und Wirtschaftsstandort.
Nachdem der Bund offensichtlich weder gewillt noch in der Lage ist, die hiesigen Universitäten entsprechend zu finanzieren, sollte er die Wissenschaftskompetenz inklusive der damit verbundenen Gelder an das Land abtreten. Das ist kein Hirngespinst, sondern in Deutschland und in der Schweiz Realität. Deren Universitäten sind international stark vertreten, siehe die ETH Zürich oder die TU München. Die Länder wissen offensichtlich besser, was der Standort benötigt, und sind auch bereit, Geld dafür auszugeben.
Die österreichische Realität sieht hingegen anders aus. Es fehlt sowohl an der Reformfähigkeit als auch an der Reformwilligkeit. Siehe Gesundheitssystem.
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