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Diskussion
02/29/2016

Deutschpflicht in den Schulen: "Das ist eine Form der Ausgrenzung"

Linguistik-Expertin kritisiert politische Pläne als "diskriminierend und integrationsfeindlich"

Für den Verband für angewandte Linguistik ist eine Deutschpflicht an Schulen auch in der Pause, wie sie die ÖVP-regierten Bundesländer Oberösterreich und Steiermark planen, kontraproduktiv. "Lerntheoretisch ist das durch nichts zu rechtfertigen", erklärt die Vorsitzende Eva Vetter. Vielmehr sei es ein diskriminierendes und integrationsfeindliches politisches Statement.

Sprache sei nicht nur ein Mittel der Verständigung, sondern stelle immer auch Beziehung her. In einer wohlwollenden Umgebung, in der sich Kinder und Jugendlichen wohlfühlen, würden diese aus eigenem Antrieb die Unterrichtssprache lernen. "Darin muss man sie stärker als bisher unterstützen, etwa durch ausreichend Stunden für Deutsch als Zweitsprache und sprachsensiblen Unterricht in allen Fächern", betont Vetter.

Eine Deutschpflicht führe dazu, dass man den Schülern ihre Stimme nehme und ihre Muttersprache zu einem Defizit reduziere: "Das ist eine Form der Ausgrenzung und nicht lernförderlich."

Der oö. Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer hat am Wochenende allen Schulen im Land einen Formulierungsvorschlag gesendet, wonach künftig auch in den Pausen Deutsch gesprochen werden soll. Er empfiehlt, den Passus in der Hausordnung zu verankern.

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