Das Weissbier der Rieder Brauerei

© Brauerei Ried

Chronik Oberösterreich
04/22/2020

Das Bier der Genossen

153 Wirte sind die Eigentümer der Rieder Brauerei, der einzigen Brauerei im Bezirk Ried/I. Von Gerhard Marschall.

Die Brauerei gehört zum Stadtbild von Ried im Innkreis wie der mächtige Hauptplatz mit seinen bunten Fassaden. Seit 1536 wird auf dem Standort gebraut, seit 1908 genossenschaftlich. Weil sie mit der Qualität des Bieres unzufrieden waren, schlossen sich damals die Wirte zusammen und kauften das Bürgerliche Brauhaus auf.

„Das Reinheitsgebot ist für uns Philosophie“, erklärt Braumeister Josef Niklas. Er und Christian Aigner sind die Vorstände des Unternehmens. Zwar dürften nach dem österreichischen Lebensmittelkodex dem Bier auch andere Rohstoffe beigegeben werden. „Aber das wollen wir nicht“, bekennt sich Niklas zum puristischen Dreiklang aus Wasser, Hopfen und Malz. „Feinste Innviertler Braukunst“ lautet das Werbemotto der Rieder.

19 Biere, 11 Limos

„Wir machen kein Bier, das zwölf Monate halten soll“, sagt der Braumeister. Denn mit jedem Tag lasse die Qualität nach. „Wir wollen unseren Wirten ein frisches Bier verkaufen.“ Dank kurzer Vertriebswege zu den Gastronomiebetrieben rundherum sei das gewährleistet. Geliefert wird aber auch an den Handel, Bier aus Ried wird auch im oberösterreichischen Zentralraum geschätzt. Zu den 19 ober- und untergärigen Bieren kommen 11 Eigenlimonaden. Der Jahresausstoß beträgt alles in allem 65.000 Hektoliter. Hauptumsatzbringer ist das Märzen, das sich laut Niklas durch hohe Drinkability auszeichnet. Im Branchenjargon ist damit eine angenehme Süffigkeit gemeint, die nach dem ersten Glas Lust auf ein weiteres macht. Als eine der ersten Brauereien im Land haben die Rieder ein Weißbier produziert. Die Flasche mit dem Bügelverschluss ist markant. Im alkoholfreien Sektor soll es demnächst eine Neuerung geben, eigentlich eine Rückkehr: Die hauseigene Limonade – zwischenzeitlich unter dem Namen JOY auf dem Markt – erlebt als „RiLi“ in Halbliterflaschen und neu designten Kisten eine Wiederauferstehung.

Alle drei Jahre wählen die Genossen einen Aufsichtsrat, deren Vorsitzender ist aktuell Wilhelm Bauböck. „Etwas für die Wirte zu tun“ ist laut Niklas Aufgabe der Genossenschaft. Die Ausbildung zum Biersommelier soll ihnen ein Rüstzeug geben, den Kunden ein gepflegtes Bier zu servieren. Das Angebot werde sehr gut angenommen.

Sponsor des SV Ried

Wie alle Kollegen sehnt er das Ende der Corona-Krise herbei. Darüber hinaus seien Gasthaus und Bier für den Landstrich identitätsstiftend. Die mittlerweile allseits beschworene Regionalität werde in Ried seit Langem gelebt, etwa durch die Unterstützung von allerlei Veranstaltungen. Auch ist die Brauerei Sponsor des Fußballklubs SV Ried seit dessen Gründung 1912 und neuerdings von Lukas Weißhaidinger, Österreichs derzeit bestem Leichtathleten.

Investitionen

Vor allem hat die Genossenschaft den Auftrag, laufend in Betrieb und Ausbildung der knapp 60 Mitarbeiter zu investieren. Zuletzt wurden eine neue Logistikhalle und ein Bürotrakt mit Shop errichtet. Weitere Vorhaben stehen an, etwa eine neue Flaschenabfüllanlage oder die Modernisierung des Gärkellers. „Wir sind sicher auf einem sehr guten Weg.“

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