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Chronik Oberösterreich
08/30/2021

Countdown für den dritten Stich

Im Bundesländervergleich ist OÖ Impf-Schlusslicht. Im Herbst geht es ans Auffrischen

von Claudia Stelzel-Pröll

lEs ist ein großes Rätselraten: Warum schneidet Oberösterreich im Bundesländervergleich so schlecht ab und landet mit einer Erst-Durchimpfungsrate von 56,5 Prozent auf dem letzten Platz? Erklärungen dafür gibt es keine plausiblen, Versuche aufzuholen, aber schon.

„Wir haben speziell in jenen Bezirken, in denen es eine gewisse Impffaulheit gibt, in den vergangenen Wochen großen Ehrgeiz bemerkt: Da werden spontane Pop-up-Angebote ins Leben gerufen, Bürgermeister, Vereinsobmänner und -frauen fungieren als Vorbilder und motivieren die Menschen vor Ort, das Angebot anzunehmen.“ Gerhard Durstberger ist Impfkoordinator des Landes OÖ und derzeit ein viel beschäftigter Mann. Abgesehen von den aktuellen Zahlen ist er logistisch schon mit dem Herbst beschäftigt.

Bei Hausärzten

„Im September, Oktober wird es losgehen mit dem dritten Stich, wir forcieren die Impfung im niedergelassenen Bereich, also bei den Hausärztinnen und Hausärzten. Die Impfstraßen bleiben auf jeden Fall in den nächsten Wochen noch erhalten.“ Nun liege es am Bund, ein Erinnerungsschreiben an alle bereits Geimpften zu senden, in dem die entsprechenden Intervalle für den dritten Stich festgelegt sind: „Es ist hier sicher besser auf Information als auf Eigenverantwortung zu setzen.“

Was die Intervalle betrifft, weiß Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Kepleruniklinikum in Linz genau Bescheid: „Die erste Gruppe kommt frühestens sechs, spätestens neun Monate nach der Vollimmunisierung an die Reihe. Das sind Personen in Alters- und Pflegeheimen. Dann folgen alle, die älter als 65 Jahre sind und Jüngere mit relevanten Vorerkrankungen. alle anderen über 18-Jährigen haben ein Zeitfenster von 9 bis 12 Monaten für die dritte Impfung.“

Eine höhere Impfquote, eine ernsthafte Kontrolle der 3G-Regeln und eine hohe Eigenverantwortung wären laut Lamprecht die gelinderen Mittel, um die Pandemie weiterhin in Schach zu halten. „Wenn wir es nicht schaffen, die Impfquote zu steigern, werden die Infektionszahlen nach oben gehen. Dann wird es wieder mehr dieser als lästig empfundenen Begleitmaßnahmen geben.“

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