Club der Weltverbesse­rer

03.10.2014, Linz, Tabakfabrik, Wear Fair, Bild zei…
Foto: /foto-reiter.com | A. Reiter Der Journalist und Grün-Politiker präsentierte  die Neuauflage seines Bestsellers „Schwarzbuch Markenfirmen. Die Welt im Griff der Konzerne“<span> </span> bei der WearFair<span>. </span>

Die Nachhaltigkeitsmesse in Linz zieht tausende Besucher an.


In Good we trust" steht auf einem T-Shirt. Wir glauben an das Gute. – Wer dieses Wochenende durch die Linzer Tabakfabrik geht, bekommt tatsächlich eine Vorstellung davon, wie eine bessere Welt aussehen könnte. Zumindest was faire Herstellung und fairen Handel betrifft.

Die "WearFair & mehr" versteht sich als Messe für einen nachhaltigen Lebensstil. Zum bereits siebten Mal ist sie in Linz zu Gast, mehr als 180 Aussteller von Österreich bis Peru präsentieren in der Tabakfabrik ihre Produkte. Das Angebot reicht von Mode über biologische Lebensmittel bis hin zu Möbeln, Lifestyle und e-Mobilität. Alles politisch korrekt, nachhaltig und sozialverträglich. Selbst die Umkleidekabinen sind aus Pappendeckel.

Weil Kleideranprobieren allein etwas langweilig wäre, haben die Organisatoren – Südwind, Global 2000 und Klimabündnis – ein nicht ganz ideologiefreies Rahmenprogramm auf die Beine gestellt: Umweltlandesrat Rudi Anschober schwingt den Kochlöffel und verkocht Restln, ein Filmgespräch mit Regisseur Valentin Thurn ("Taste the Waste"), ein Konzert der Attwenger, Modeschauen und und und. Dem Publikum, darunter viele Familien mit Kindern, gefällt’s: Mehr als 10.000 Besucher werden bis heute, Sonntag, bei der "Wear Fair" erwartet. "Ich bin von den Socken, wie groß die Messe geworden ist. Sie ist im Mainstream angekommen", sagt Klaus Werner-Lobo.

Der Journalist und Grün-Politiker präsentierte die Neuauflage seines Bestsellers "Schwarzbuch Markenfirmen. Die Welt im Griff der Konzerne" (Deuticke Verlag), die 2001 erstmals erschien. Die Kritik an Konzernen wie Amazon, Shell und McDonald’s ist aktueller denn je: "Globalisierung und Ausbeutung sind näher an Europa herangerückt. Die Armen sind ärmer, die Reichen reicher geworden", lautet der Befund des Autors.

Die mächtigen Aktiengesellschaften würden versuchen, ihr schlechtes Image durch "unternehmerische Sozialverantwortung" zu kaschieren, doch das sei bloß "schwindelige Kosmetik": "Damit sich tatsächlich etwas ändert, muss fairer Handel auf der ganzen Welt Grundlage des Wirtschaftens werden." Ist das nicht purer Idealismus? Werner-Lobo: "Es soll einen schlimmeren Vorwurf geben. Idealisten haben in dieser Welt sehr viel erkämpft Die Konzerne sollen mich fürchten."

(kurier) Erstellt am
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