Das Ensemble 392 spielt erstklassige Barockmusik

© Privat

Chronik Oberösterreich
08/22/2021

„Wir sind wieder zu Hause“

Ein feines Festival für Alte Musik zieht interessiertes Publikum von Nah und Fern an

von Matthias Part

„Die ersten Konzerte heuer waren gut besucht und die Zuhörer von den Darbietungen regelrecht begeistert. Das Publikum zeigte sich auch sehr diszipliniert bezüglich der 3-G-Regeln“, freut sich Helene Pürmayr.

Sie hatte Anfang der Neunzigerjahre die Leitung der renommierten Veranstaltungsreihe von Johannes Dandler übernommen. Dieser war wiederum vom Gründer August Humer mit dieser Aufgabe betraut worden. Im Mittelpunkt war ursprünglich das Spielen auf der 1715 von Leopold Freundt erbauten Barockorgel gestanden. Seit vielen Jahren werden unterschiedliche Konzertformen genützt, wobei teils auch auf die historische Aufführungspraxis Rücksicht genommen wird.

Lohnende Mühe

Noch nie war die Planung für die Schärdinger Musikpädagogin so schwierig wie im Jubiläumsjahr. Der Grund liegt auf der Hand: Corona. Im vergangenen Jahr war deswegen nur wenig möglich. Aber das Warten und die Mühen haben sich ausgezahlt. „Die Besucher sind dem Konzertsommer treu geblieben und nehmen teils auch sehr lange Anfahrten in Kauf“, so Pürmayr. „Nicht wenige kommen beispielsweise extra aus Deutschland oder aus Wien angereist.“ Für viele Interpreten ist die Kirche in Brunnenthal mittlerweile sogar so etwas wie eine musikalische Heimat. Ein Mitglied des bereits zweimal mit dem „Echo Klassik“ ausgezeichneten italienischen Ensembles „Il Giardino Armonico“, das am 28. September das Musikfestival mit zwei Konzerten abschließen wird, bringt es auf den Punkt: „Wir sind wieder zu Hause!“

Heute, am 22. 8., findet der Brunnenthaler Konzertsommer seine Fortsetzung mit dem Barockensemble 392 und der deutschen Sopranistin Marie-Sophie Pollak. Beim Konzert um 18 Uhr in der Pfarrkirche sind Instrumentalwerke, Kantaten und deutsche Arien von Georg Friedrich Händel zu hören. Die Interpreten waren vor Jahren schon mal zu Gast in Brunnenthal und feierten damals einen großen Erfolg. „Das Ensemble ist zwar auf die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts konzentriert“, betont Helene Pürmayr, „aber es ist immer auf der Suche nach neuen Klangfarben und Extravaganzen. So bleibt es stets am Puls der Zeit!“

Pollaks Stimme gilt als außergewöhnlich. So folgten ihrem Debüt in der Elbphilharmonie Hamburg in Haydns „Die Jahreszeiten“ mehrere Konzerte mit Stardirigent Kent Nagano in Montreal und anderswo auf diesem Erdball. Nach Brunnenthal ist sie heuer etwa auch noch im französischen Tours oder in Hamburg zu erleben. In der Hansestadt mit dem Freiburger Barockorchester im Michel sowie bei der Wiederaufnahme von John Neumeiers choreografierter Version von Bachs Weihnachtsoratorium an der Staatsoper.

Das liebe Geld

Im September folgen in Brunnenthal am 4., 12. und eben 28. noch weitere Konzerte mit Spitzenensembles der Alten Musik. Bei aller Freude daran geht es natürlich auch ums liebe Geld. „Trotz der großen Sympathie, die die Interpreten für die kleine, für ihre sehr gute Akustik bekannte Brunnenthaler Kirche haben: Gratis spielen und singen sie denn doch nicht! Internationale Topqualität kostet eben etwas“, gibt Pürmayr zu bedenken. „Wir hoffen daher auf eine Sonderförderung des Landes Oberösterreich für dieses besondere Jubiläumsjahr, das wegen Corona zudem unter besonderen Umständen über die Bühne gehen muss.“

www.konzertsommer.brunnenthal.at

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