Anrainer wie Klaus Pichler müssen Wasser aus Kanistern zapfen.

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Wasserknappheit
11/08/2014

"Braune Gülle": Eine Siedlung kämpft um Wasser

Steyregg. Bewohner pochen auf neue Leitung.

von Daniel Scheiblberger

Seit Wochen müssen wir ins Linzer Parkbad duschen gehen. Unsere Wäsche wasche ich bei meinen Eltern, und das mit 42 Jahren", klagt Klaus Pichler. Er und weitere zehn Hausbesitzer im Steyregger Ortsteil Obernbergen, Bezirk Urfahr-Umgebung, leiden unter Wasserknappheit. Seit rund einem Jahr droht der Brunnen oberhalb der Siedlung zu versiegen. "Durch den milden Winter mit wenig Niederschlägen ist kaum Wasser da. Wenn dann doch ein starker Regen kommt, fließt braune Gülle aus unseren Leitungen", so Pichler, Sprecher der insgesamt 35 betroffenen Bewohner, darunter Kleinkinder und Witwen. Alle horten große Wasserkanister, die Freiwillige Feuerwehr führt Versorgungsfahrten durch.

Kampf um Anschluss

Die Bewohner kämpfen seit einem Jahr um einen Anschluss an die Hauptwasserleitung der Gemeinde. Diese hatte eine normale Verbindung entlang der Straße wegen zu hoher Kosten – rund 400.000 Euro – abgelehnt. Die Hausbesitzer legten daraufhin einen günstigeren Vorschlag auf den Tisch: Eine direkte Wasserleitung durch ein Wald- und Wiesengelände. Für die 47.000 Euro teure Leitung würden die Anrainer selbst aufkommen. Die Grundstückseigentümer hätten zugestimmt, ein Kostenvoranschlag der Baufirma Rabmer liegt bereits vor. Laut Pichler müsse die Gemeinde lediglich als Auftraggeber fungieren und rund 30.000 Euro für eine erforderliche Wasserpumpanlage bezahlen. "Damit hätten wir in wenigen Wochen den Anschluss."

Orts-Chef: Kosten unklar

Bürgermeister Johann Würzburger (Bürgerinitiative SBU) zeigt sich gesprächsbereit, will aber "nichts überstürzen". Das Angebot der Baufirma sei an eine Privatperson gerichtet, nicht an die öffentliche Hand. "Auch die tatsächlichen Kosten und Ausführungen sind unklar", erklärt der Orts-Chef.

Pichler fürchtet weitere Verzögerungen. "Uns bleibt keine Zeit. Die Wasser-Versorgungsfahrten der Feuerwehr führen über schwieriges Gelände. Wenn es schneit, könnten sie eingestellt werden und wir müssen unsere Häuser verlassen." Für kommenden Donnerstag hat der Bürgermeister einen runden Tisch einberufen. Die Siedlung gibt es seit rund 55 Jahren, Wasser war schon immer ein Problem.

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