geplantes Aslylwerberheim, ehemaliger Gasthof Dorfwirt, Mehrnbach, OÖ

© Thomas Leitner

Mehrnbach
03/29/2013

Bevölkerung sträubt sich gegen Asylwerberheim mitten im Ort

Bürgermeister und Anrainer plädieren für ein Wirtshaus anstelle eines Flüchtlingsquartiers.

von Jürgen Pachner

In der kleinen Innviertler Gemeinde Mehrnbach (2300 Einwohner) schlagen die Emotionen hoch. Die Menschen sind empört, dass im Gasthaus „Dorfwirt“ Dutzende Asylwerber einquartiert werden sollen. Ein Versicherungsmakler aus Münzkirchen will das sanierungsbedürftige Gebäude kaufen, umbauen und Flüchtlingen als Herberge zur Verfügung zu stellen. Bürgermeister Peter Bahn (FPÖ) hat von den Plänen des Unternehmers, der mit dem pensionierten Wirt längst einig sein dürfte, erst vor einigen Wochen erfahren. Seit damals kommt die Gemeinde nicht zur Ruhe.

„Die Bürger machen sich ziemliche Sorgen – sie haben Angst vor Überfremdung“, betont der 56-Jährige. Der Ortschef will alles versuchen, die Pläne des Maklers doch noch zu durchkreuzen. „Leider gibt es kaum Möglichkeiten, die Bevölkerung kann aber Druck ausüben. Ich hoffe, dass beim Eigentümer noch Vernunft einkehrt und er das Haus doch wieder an einen Wirten verpachtet.“
Nachbarin Marianne Hohensinn ist gleicher Meinung: „Wir hätten lieber wieder ein zweites Gasthaus als ein Asylantenheim. So etwas mitten im Ort, wäre der reinste Wahnsinn.“ Auch eine andere Nachbarin spricht sich strikt dagegen aus: „Wir grenzen direkt an das Grundstück und hätten dann keine Privatsphäre mehr.“ Georg Mayringer macht sich wiederum Sorgen um die Sicherheit der Asylwerber: „Die Straße vor dem Haus ist extrem dicht befahren, da passiert schnell was – diese Leute sind den Verkehr ja nicht gewöhnt.“

Bürgermeister Bahn verweist noch auf die fehlende Infrastruktur. „Der Standort ist auch völlig ungeeignet, weil die Flüchtlinge erst mit dem Bus nach Ried fahren müssten, wenn sie Lebensmittel einkaufen wollen.“

Franz Wall von der Sozialabteilung des Landes hat aber keine Bedenken: „Aus unserer Sicht ist der Standort geeignet. Wir sehen weder aufgrund der Sicherheit noch der Infrastruktur Probleme.“

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