Erfolgreiche Musiker: Gabriel Fröhlich, Paul Slaviczek, Florian Ritt

© töchtersöhne/Grünwald

Chronik Oberösterreich
02/16/2019

Berufsmusiker-Trio mit „Quetschn-Pop“ und Synthesizer

Die früheren Straßenmusiker der Band "Folkshilfe" basteln derzeit an ihrem dritten Album.

von Michaela Greil

„Wir knüpfen dort an, wo Hubert von Goisern in den 1990ern sein Ding gemacht hat. Er hat die österreichische Musik stark geprägt.“ Florian Ritt ist Berufsmusiker der oberösterreichischen Formation „Folkshilfe“, die für ihren „Quetschn-Pop mit Synthesizer“ bekannt ist. Der 28-Jährige aus Sierninghofen-Neuzeug spielt „Quetschn“ (Steirische Harmonika), ist zuständig für den Synthesizer-Sound und singt.

Mit ihm unterwegs sind der Schlagzeuger und Sänger Gabriel Fröhlich (29) aus Kirchschlag bei Linz und der Gitarrist und Sänger Paul Slaviczek (31) aus Engerwitzdorf. „Heute können wir von unserer Musik leben und unseren Zeitplan selbst gestalten. Aber es ist nicht einfach als Live-Band viel unterwegs zu sein und gleichzeitig intensiv an Songs zu arbeiten“, sagt Slaviczek. Mit Größen wie Bruno Mars, Mumford and Sons, Sting oder Bon Iver zusammen zu arbeiten, bleibt dennoch vorerst ein Wunsch.

Straßenmusik

Bis hierhin war es ein langer Weg. Die drei besuchten das BORG in der Linzer Honauerstraße mit Schwerpunkt Popular- und Computermusik. 2011 gründeten Ritt und Fröhlich gemeinsam mit dem Stiftergym-Absolventen und Lalá Vocalensemble-Mitglied Mathias Kaineder die „Folkshilfe“ als Straßenmusik-Projekt. Zwei Jahre später folgten die ersten Konzerte mit dem Kirchschlager auf heimischen Bühnen.

Ende 2014 wurde das Trio schließlich zur Vorauswahl des österreichischen Beitrags für den Eurovision Song Contest 2015, der in Wien ausgetragen wurde, eingeladen. In der ORF-TV-Show „Wer singt für Österreich?“ kämpften 16 Musiker und Bands um den Einzug ins Finale. Die „Folkshilfe“ erreichte mit ihrem Song „Seit a poa Tog“ unter den sechs Finalisten den vierten Platz. In dieser Zeit entstand auch der Song „Who you are“. „Es war eine super Erfahrung“, sagt Ritt. „Die Aufmerksamkeit, die wir dadurch bekommen haben, hat definitiv zu unserem Erfolg beigetragen.“

Songwriter des Jahres 2018

2015 nahm das deutsche Musiklabel „BlankoMusik“ die Linzer unter Vertrag, dessen Gründer Hage Hein auch mit Hubert von Goisern und „Lemo“ zusammenarbeitet. Als Kaineder die Folkshilfe 2016 verließ, übernahm Slaviczek den Part des Gitarristen. 2018 wurden sie bei den „Amadeus Austrian Music Awards“ als „Songwriter des Jahres“ für den Radio-Hit „Mir laungts“ (in Zusammenarbeit mit Kaineder) ausgezeichnet.

Die derzeitige Bandbesetzung widmete auch das Studium der Musik. Ritt und Slaviczek waren an der Linzer Bruckneruni, Fröhlich studierte in Wien. „Wir kommen zwar aus unterschiedlichen Musikrichtungen, aber am Jazz kommt zum Beispiel keiner vorbei“, sagt Ritt. Obwohl die Harmonika oft in die Volksmusik führt, sind sie eher im Pop zu Hause. Slaviczek ergänzt: „Es war für uns immer schon schwierig, unsere Musik einem Genre zuzuordnen.“ Umso schöner sei die Auszeichnung mit dem „Amadeus Music Award“ gewesen. „Es war ein wichtiger und schöner Moment, der uns durch die nächste Zeit getragen hat.“

Neue Hits

Derzeit ist die „Folkshilfe“ auf Tour durch nahezu ganz Deutschland. Es folgen Auftritte in Italien und in der Schweiz. Linz bleibt dennoch als „Mitte des Geschehens“ ihre „Homebase“. Hier suchen sie derzeit nach einem geeigneten neuen Probenlokal mit Lagerraum. Nächste Konzerte in Oberösterreich sind beim Zipf-Air Festival (1. 6.) und beim Sommer auf der Burg Clam (10. 8.) geplant, bevor im November eine „Tour der Regionen“ folgt. Nachdem das Album „BAHÖ“ 2017 sehr erfolgreich war, soll heuer im Spätsommer das dritte Album folgen. Die im Dezember 2018 veröffentlichte Single „Nirwana“ sei schon die Vorhut gewesen. Sie schaffte es auf Platz vier der Ö3 Hörer-Charts und auf Platz zwei der Ö3 Austro-Charts (Wertung vom 14. 2).
www.folkshilfe.at

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