"Bald werden 8000 Techniker fehlen"

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Bruno Lindorfer, TMG Geschäftsführer, rechnet mit einem Engpass an Technikern in Oberösterreich.

Ich rechne mit einem Engpass bei Technikern", sagt Bruno Lindorfer, Geschäftsführer der Technologie- und Marketinggesellschaft (TMG). Die Ursachen sieht er unter anderem in der langen Studienzeit. "Ein Grund ist auch, dass technische Produkte immer komplexer werden."

"Man braucht das x-Fache an Ingenieuren, da alles umfassender wird." Gerade für ein Industrieland wie Oberösterreich ist der Techniker-Nachwuchs ein großes Thema. Daher wurden von der TMG Initiativen wie "Power Girls" oder "Technik erleben im Grundschulalter" umgesetzt. "Es gibt nach wie vor viele Mädchen, die traditionelle weibliche Berufe wählen. Leider ist es ein relativ langer Prozess, bis die Maßnahmen spürbar sind."

Harter Wettbewerb

Lindorfer schätzt, dass in den nächsten zehn Jahren rund 8000 Techniker in Oberösterreich fehlen werden. "Auch der internationale Standortwettbewerb wird schärfer. Vor allem Länder wie Korea sind Konkurrenten." Die TMG setzt deshalb auf Innovation. "Als rohstoffarmes Hochlohnland können wir weltweit nur mit Neuerungen punkten." Wichtig sei es, zukünftige Entwicklungen in der Wirtschaft und bei den Technologietrends frühzeitig zu erkennen. "Wir wollen uns in Nischen platzieren", sagt Lindorfer zur weiteren Strategie im nächsten halben Jahr.

"Anhand von Patentanmeldungen und wissenschaftlichen Publikationen können wir feststellen, wo es Stärken und Schwächen in unserer Unternehmenslandschaft gibt", erklärt der Geschäftsführer. Oberösterreich habe zwar gute Firmen und eine starke Wirtschaft, sei jedoch im Ausland noch vergleichsweise wenig bekannt. "Durch unsere mittelgroßen Betriebe, die in bestimmten Segmenten Weltmarktführer sind, soll auch die Region als Gesamtes bekannter werden." Deshalb soll verstärkt nach Nischen und Doppelstärkefeldern, also nach Unternehmen, die sowohl in der Wirtschaft und in der Industrie Stärken haben, gesucht werden. Aber auch Technik und Wissenschaft dürfen nicht vernachlässigt werden.

Erstellt am 05.12.2011