Karikatur (o.) war auf Facebook-Seite der Avrasya-Jugend.

© /Screenshot Facebook

Empörung
12/19/2014

Avrasya-Vertreter wurde in Linzer Integrationsbeirat gewählt

Trotz Parteibeschlusses sucht Stadt-Spitze Nähe zu Ableger der Grauen Wölfe .

von Jürgen Pachner

Ein mit einem Davidstern verzierter Hund, der – vor einem zähnefletschenden Wolf mit türkischem Halbmond – zitternd am Boden liegt: Diese antisemitische Karikatur soll vor einiger Zeit auf der Facebook-Seite der Avrasya-Jugend Linz verbreitet worden sein. Ebenfalls auf Facebook wünschte der Linzer Avrasya-Aktivist Kamil S. jedem kurdischen Widerstandskämpfer in Kobane (Ain-al-Arab), dass er "qualvoll verreckt" (sic!).

Auswüchse wie diese waren für die Sozialistische Jugend (SJ) Anlass, beim SPÖ-Bundesparteitag Ende November einen Initiativantrag zum Umgang der Partei mit den rechtsnationalen Grauen Wölfen (Anhänger der türkischen MHP, Anm.) zu stellen. Unter anderem wurde gefordert, jede Unterstützung und Zusammenarbeit mit den Grauen Wölfen und deren Vorfeldorganisationen abzulehnen. Das wurde mit großer Mehrheit angenommen.

Kritik

Der Kulturverein Avrasya gilt als Ableger der Grauen Wölfe. Experten wie der Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger warnen vor ihrer Ideologie. Er stuft sie als antisemitisch, demokratiefeindlich, antikurdisch und antiarmenisch ein. Bei der Neukonstituierung des Linzer Integrationsbeirats am 9. Dezember wurde auch ein Avrasya-Vertreter zum Beiratsmitglied ernannt. Stadtchef Klaus Luger und Integrationsstadtrat Stefan Giegler (beide SPÖ)stehen nun heftig in der Kritik.

Robert Eiter, Sprecher des oö. Netzwerks gegen Rassismus und die stellvertretende SP-Landesparteivorsitzende Fiona Kaiser, werfen ihnen einen massiven Verstoß gegen sozialdemokratische Grundsätze und den Beschluss des SPÖ-Bundesparteitags vor.

"Dialog ist das einzig wirksame Mittel, eine Demokratie aufrecht zu halten. Damit man die Chance erhält, gehört zu werden, muss man miteinander reden", rechtfertigt sich Giegler. Auf die Weise sei es möglich, divergierende politische Positionen auszutauschen, ohne dass es zum Eklat kommt. "Ich bin kein Faschist und mir geht es nicht um Anbiederung – ich will das Konfliktpotenzial minimieren."

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