Auch die Universitäten müssen sich der Diskussion stellen
Josef Ertl
Der Wirtschaftswissenschafter plädiert ebenso wie der Rat für Forschung und Technologieentwicklung für deren Integration in die Johannes-Kepler-Universität.
Politisch hält Landeshauptmann Thomas Stelzer die Stellung. Dabei kommt ihm zugute, dass die IT:U sowohl im Gesetz als auch im Koalitionsabkommen der Bundesregierung verankert ist. Doch auch er hat seine Position geändert. Denn heute ist für ihn die Künstliche Intelligenz (KI) das wichtigste Thema, er will Linz zur KI-Leitregion in Österreich machen. Der finanzielle Druck bleibt. Wenn die Universitäten in den nächsten Jahren tatsächlich 14 Prozent einsparen müssen, wird das auch die IT:U treffen. Und die Medizinfakultät. Oberösterreich kann von Glück reden, dass die Medfakultät, der Ausbau der Kepleruniversität und die IT:U-Gründung bereits über die Bühne gegangen sind. Heute wäre das nicht mehr möglich.
Die gesamte Hochschullandschaft muss sich wie alle öffentlichen Bereiche – siehe Kammern, ORF etc. – der Diskussion und der Reform stellen. Das fehlende Geld erzwingt das. Die soeben fertiggestellte Analyse des Forschungsrates ist ernüchternd. Ihr Ergebnis: Österreichs Universitäten sind im internationalen Vergleich zu wenig leistungsfähig. „Es kommt auch darauf an, wie treffsicher die öffentlichen Mittel eingesetzt werden. Eine bloße Fortschreibung aller Budgets würde daran wenig ändern“, sagt Thomas Henzinger, Vorsitzender des Forschungsrates. Wenn die Universitäten und Hochschulen klug sind, nutzen sie die ihnen aufgezwungene Reform-Diskussion.
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