Ihre Freunde hoffen, dass Vergine E. (sie möchte aus Angst vor Repressionen anonym bleiben) in Armenien nun nichts zustößt und sie bald zurück nach Altmünster darf.

© /Hörmandinger

Oberösterreich

Asyl-Tauziehen beendet: Armenierin reist freiwillig aus

Pfarrer und Unterstützer in Altmünster rieten der 51-Jährigen zu dem Schritt. Die gut integrierte Christin soll nun einen Antrag auf Familienzusammenführung stellen.

von Jürgen Pachner

02/26/2016, 06:00 AM

Das Abschiebe-Drama rund um eine gut integrierte armenische Christin in Altmünster (OÖ) hat am Donnerstag ein vorerst versöhnliches Ende gefunden. Vergine E. erklärte sich frühmorgens der Polizei gegenüber bereit, aus freien Stücken in ihre ehemalige Heimat ausreisen zu wollen. Schon heute, Freitag, wird sie via Flugzeug von Wien nach Jerewan transportiert. Von dort kann die 51-Jährige dann einen Antrag auf Familienzusammenführung stellen, um auf legalem Weg ein Visum samt Aufenthaltsrecht für Österreich zu erhalten.

"Das war die einzig vernünftige Möglichkeit, die ihr noch geblieben ist. Alles andere hätte nur zu einer Eskalation geführt", sagt Pfarrer Franz Benezeder, der Frau E. seit Montag "Kirchenasyl" gewährt hatte. Die Entscheidung zu dem Schritt war in der Nacht zum Donnerstag im Pfarrzentrum gefallen, wo der armenischen Gymnasiallehrerin wieder Dutzende Freunde und Aktivisten der Plattform "Menschen für Altmünster" moralischen Beistand geleistet hatten und sie vor Zugriffen der Polizei zu schützen versuchten.

"Die Entscheidung für die freiwillige Ausreise ist schließlich einstimmig gefallen, eine gewaltsame Abschiebung hätte Vergine psychisch auch gar nicht verkraftet", betont der Pfarrer. Das Pfarrzentrum sei von der Exekutive die ganze Nacht bewacht worden. "Es war klar, dass sie notfalls sogar mit Gewalt geholt werden wird."

Der gefundene Ausweg war Benezeder bereits am Mittwoch in einem Gespräch mit Landeshauptmann Josef Pühringer aufgezeigt worden. Im Anschluss hatte Benezeder sehr nachdenklich gewirkt. "Ich bin eigentlich in einer Sackgasse", erklärte er. Der Pfarrer hofft nun, dass E. in Armenien nichts zustößt und sie nicht verhaftet wird. "Amnesty hat zugesagt, sich einzuschalten."

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