Martin und Julia Dobretsberger leiten das gleichnamige Unternehmen

© Dobretsberger

Chronik Oberösterreich
04/25/2020

Alles anders für heimische Bestatter

Martin Dobretsberger erklärt, wie Bestattungen während der Corona-Krise stattfinden können.

von Claudia Stelzel-Pröll

Was Martin Dobretsberger bei Angehörigen derzeit bemerkt, ist Unsicherheit: „Die erste Frage ist aktuell meist: Was dürfen wir jetzt eigentlich?“ Mit seinem gleichnamigen Unternehmen führt Dobretsberger, der auch Innungsmeister ist, jährlich rund 800 Bestattungen durch. Auch seine Frau Julia ist im Unternehmen tätig. „Die Schwierigkeit für uns Bestatter in der Corona-Krise war, dass man von Beginn an auf uns vergessen hat. Auf der Liste der systemrelevanten Berufe kamen wir nicht vor, bei Schutzkleidung wurde nicht an uns gedacht. Das haben wir uns alles selbst organisiert, weil uns bewusst war, dass der Fokus der Behörden auf dem Retten von Leben lag.“

Die Anzahl jener Personen, die an einer Bestattung teilnehmen dürfen, habe sich oft geändert: „Derzeit ist es so, dass die enge Familie dabei sein darf. Dazu zählen neben den Eheleuten und Partnern unter anderem auch die Kinder, Enkelkinder und Geschwister.“

Trauerarbeit

Bestattungen aufgrund der Krise zu verschieben, sei natürlich nur bei Feuerbestattungen möglich. „Ich bin prinzipiell dafür, dass das Begräbnis, sofern es irgendwie möglich ist, stattfindet. Nur so können die Angehörigen mit ihrer Trauerarbeit beginnen und den Verstorbenen am Friedhof besuchen“, sagt Martin Dobretsberger, der das Familienunternehmen in 5. Generation leitet.

In seltenen Fällen, etwa wenn Familienangehörige unter Quarantäne stehen, wird die Bestattung gefilmt. Einen Live-Stream mache er aber nicht, erklärt Dobretsberger: Das habe nur in seltenen Fällen Sinn, etwa wenn Verwandte in anderen Ländern wohnen und sich von dort aktiv beteiligen wollen.

Der studierte Jurist erklärt, wie derzeit Begräbnisse ablaufen: „Bei der Trauerrede halte ich sehr viel Abstand, trage keine Maske. Denn Mimik und Intonation sind sehr wichtig für den Inhalt. Danach setze ich natürlich eine Maske auf. An Kondolieren per Handschlag ist derzeit nicht zu denken.“

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