Oberösterreichs Weltklasseathlet Lukas Weißhaidinger reagierte sauer auf den Hinauswurf der Leichtathleten aus dem Guglstadion

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Chronik Oberösterreich
07/05/2019

Ärger bei Leichtathleten über Verlust der Gugl

Lask-Coup um Linzer Stadion ohne Leichtathleten verhandelt. Ihnen wurde Ersatz zugesagt.

Was als Coup der oberösterreichischen Sportpolitik gefeiert wurde, stürzt die dortigen Leichtathleten in die Krise. Weil nämlich der Bundesliga-Verein LASK , wie berichtet, das Linzer Stadion zu seinem Heimspielort macht, müssen die Leichtathleten aus ihrer traditionellen Wirkungsstätte weichen. Der Unmut darüber ist groß.

Für Österreichs derzeit besten Leichtathleten, den Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger, war der Tag, an dem die Politiker des Landes OÖ, der Stadt Linz und der LASK-Präsident den 50 Millionen schweren Umbau der Gugl zur Fußballarena bekannt gaben, ein „schwarzer Mittwoch“. Der Oberösterreicher beklagte es auf seiner Homepage als „ein Zerstören der Wirkungsstätte vieler Sportlerinnen und Sportler“. Vor allem der Wegfall eines internationalen Wettkampfstadions mit einer achtbahnigen Laufstrecke schmerzt die Leichtathleten, die in die Verhandlungen nicht eingebunden waren. Umgehend war Sportlandesrat Markus Achleitner (ÖVP) bemüht, die Situation zu beruhigen. Mindestens ein Jahr lang könnten die Leichtathleten noch auf der Gugl trainieren. So sei Zeit, um ihnen in OÖ auch in Zukunft beste Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, erklärte Achleitner.

Am Freitag gab es erste Gespräche zwischen Vertretern des Landes und dem Leichtathletikverband, berichtete dessen Sportdirektor Stefan Bachl der Apa. Er bezeichnete die Verhandlung als "konstruktiv". Zugesagt worden sei dem Verband ein „kleines Leichtathletik-Stadion“ mit einer achtbahnigen Rundbahn, nach internationalen Standards und mit Platz für „vielleicht 2.000 bis 3.000 Zuschauer“, so Bachl. Dort könnte man dann auch die Kindergartenolympiade, zu der bisher regelmäßig rund 4.000 Kinder aus dem gesamten Bundesland auf die Gugl gekommen sind, weiter austragen. Eventuell könnte auch noch eine zweite kleine Anlage im Stadtgebiet dazukommen, weil es mehrere Vereine gebe.
Für das neue Stadion habe man vier bis fünf mögliche Standorte im Auge, darunter auch das bestehende Zentrum in der Wieningerstraße, erklärte Bachl. Der Verband prüfe nun diese Varianten und mache eine Kostenschätzung. In zwei bis drei Wochen will man das bewerkstelligen. Die Zeit drängt: Der LASK muss Ende 2021 aus der TGW-Arena in Pasching, wo die Schwarz-Weißen derzeit zuhause sind, ausziehen, weil der Pachtvertrag ausläuft.