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Glosse
07/06/2020

Abwaschen kann doch jeder, oder?

Was hilft Babyelefant und Maske, wenn man Gläser mit Lippenstift-Abdruck serviert bekommt

von Petra Stacher

Eigentlich erfüllte es ja seinen Zweck: Ein Gasthof im Salzkammergut, genauer gesagt in Gmunden – Toplage: Vor dem Haus der Traunsee, dahinter ragt der gigantische Traunstein in die Höhe. Trotz dieses Anblicks vermieste mir aber etwas die Stimmung.

„Ein Marillen-Pago mit Leitungswasser bitte“, bestellte ich am ersten Abend bei der Wirtin mein Getränk. So köstlich es klingt, so grauenhaft sah es aus. Serviert in einem Bierglas bekam ich zwar den korrekten Inhalt – als Zusatz jedoch auch vertrocknete Zitronenstückchen, die im Inneren des Glases hafteten. – Das erste Mal in meinem Leben ließ ich etwas zurückgehen. Die nächsten Tage wurde es aber nicht besser: Spuren der Vorgänger auf jedem „frischen“ Glas bis hin zu einem roten Lippenstift Abdruck.

Was hilft der eingehaltene Babyelefant, das Nicht-Begrüßen oder die MNS-Maske gegen Corona, wenn ich bei einem Schluck von diesen Gläsern gleichzeitig mit fünf anderen Menschen „schmuse“? Denn Abwaschen ist heutzutage mit Gläserspüler wohl das geringste Übel, das kann doch wirklich jeder – und vor allem in der Gastronomie sollte man es derzeit können.

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