Von diesem Steg neben der Esplanade in Gmunden sprangen die jungen Leute am Sonntag gegen 2 Uhr früh ins rund 19 Grad kalte Wasser.

© /Thomas Leitner

Oberösterreich
07/14/2015

19-Jährige ertrank im Traunsee: Begleiter half nicht

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung.

von Jürgen Pachner

Was genau in der Nacht zum Sonntag bei dem nächtlichen Badevergnügen zweier junger Erwachsener im Traunsee geschah, bleibt auch nach der Obduktion noch rätselhaft. Fest steht nur, dass eine 19-Jährige im Wasser gestorben ist und ihr 20-jähriger Begleiter niemanden zu Hilfe gerufen hat. Stattdessen soll er sich angezogen haben und einfach nach Hause gegangen sein. Die Staatsanwaltschaft Wels ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung.

Bei der am Montagabend in Salzburg durchgeführten gerichtsmedizinischen Untersuchung der Leiche von Johanna N. wurde als Todesursache Ertrinken ermittelt. "Anzeichen auf eine fremde Gewalteinwirkung konnten nicht festgestellt werden", sagt Simone Mayr-Kirchberger, Sprecherin der Landespolizeidirektion OÖ. Das 19-jährige Opfer dürfte zum Zeitpunkt seines Todes betrunken gewesen sein – wie viele Promille Alkohol die junge Frau im Blut hatte, muss aber eine toxikologische Untersuchung klären. Mayr-Kirchberger: "Das Ergebnis der Laboruntersuchung ist noch ausständig."

In Panik

N. und der 20-Jährige sollen Samstagabend mit mehreren Begleitern in einem Lokal in Gmunden reichlich Alkohol konsumiert haben. Etwa gegen 2 Uhr früh verließen die beiden – sie kannten sich zwar, waren aber kein Paar – gemeinsam das Lokal. Die Idee, sich im rund 19 Grad kalten See abzukühlen, dürfte spontan entstanden sein.

"Sie sind von einem der Anlegestege entlang der Esplanade ins Wasser gesprungen und ein Stück weit geschwommen", sagt Mayr-Kirchberger. Doch dann sei N. plötzlich untergetaucht und nicht mehr zurück an die Wasseroberfläche gekommen. "Der junge Mann hat ausgesagt, dass er daraufhin so in Panik verfallen ist, dass er – ohne der 19-Jährigen Hilfe zu leisten – zurück an den Steg geschwommen sei und die Flucht ergriffen habe."

Wie berichtet, fand ein Schnorchler die junge Frau am Sonntagvormittag in rund drei Meter Tiefe. Feuerwehrleute bargen die Leiche. Die Kleidung der Toten, die nur Unterwäsche trug, soll im See getrieben sein. Gegen 15 Uhr erstattete N.s Vater Abgängigkeitsanzeige. Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei der unbekannten Toten, um seine Tochter handelt. "Ermittlungen im Umfeld haben zu dem jungen Mann geführt."

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