Raketen vor einem asiatischen Laden in Studánky, Tschechien.

© Weiermair

Mühlviertel
11/29/2013

1400 Raketen konfisziert

Straßenmärkte hinter der Grenze locken bereits jetzt mit Silvester-Feuerwerk

von Christoph Weiermair

In Wartberg ob der Aist, Bezirk Freistadt, hat die Polizei in der Nacht zum Freitag 1406 Stück Signalraketen beschlagnahmt. Die Feuerwerksartikel waren teilweise ausländisch beschriftet. Außerdem fehlte auf den Raketen die CE–Kennzeichnung (EU-Zertifizierung, Anm.).

Konfisziert wurden die Ware auf einem Parkplatz in der Nähe eines Gasthauses. Ein 39-jähriger Mann aus Vöcklamarkt war sich dort offenbar mit sieben Abnehmern einig geworden und gerade dabei, die Feuerwerkskörper von einem Lkw in mehrere Fahrzeuge umzuladen. „Vorerst gibt es eine Anzeige nach der Gewerbeordnung“, sagt Bezirkshauptmann Alois Hochedlinger. Ob auch gegen das Pyrotechnikgesetz verstoßen wurde, müsse erst geklärt werden. Woher die Ware stammt, ist unbekannt. Einen Zusammenhang mit den Straßenmärkten hinter der Grenze zu Tschechien schließt Hochedlinger aber derzeit aus. Dort kann man sich bereits ein Monat vor dem Jahreswechsel mit Schweizerkrachern, Raketen und Böllern eindecken.


Bum-Bum

Bei einem KURIER-Lokalaugenschein in der tschechischen Ortschaft Studánky – direkt nach dem Grenzübergang Weigetschlag bei Bad Leonfelden – werden die Feuerwerksartikel offensiv angeboten. „Willst Du Bum-Bum?“, fragt ein etwa 30-jähriger Asiate in einem heruntergekommenen Laden direkt neben der Durchzugsstraße. „Sehr guter Preis“, erklärt sein Kollege und nimmt eine Packung Schweizerkracher in die Hand. „Viel billiger als in Österreich.“ Auf die Frage, ob die dargebotenen Knaller und Raketen denn auch legal wären, antworten die beiden Händler bestimmt: „Sicher, kannst du alles nach Österreich mitnehmen“, sagt der eine. Kein Problem, alles legal“, meint der andere. „Nur Bombe ist verboten“, setzt er dann grinsend hinzu. Bombe? Auf Nachfrage stellt sich heraus, dass der junge Mann größere Böller meint, die in dem Laden ebenfalls vorrätig sind. Auch ein paar Kilometer weiter, in Vyšší Brod, kommt derzeit eher Silvester- als Weihnachtsstimmung auf. Vor und in den asiatischen Läden am Hauptplatz türmen sich Feuerwerksartikel. Ware und Preis sind überall ähnlich.


Strenge Kontrollen

Die Einfuhr von Silvesterkrachern und Raketen aus Tschechien ist grundsätzlich nicht verboten. Für den Besitz von Feuerwerksartikeln ab der Kategorie 3 – darunter fallen bereits große Raketen – ist allerdings ein Sachkundenachweis notwendig, erklärt Freistadts Bezirkshauptmann Hochedlinger. Die Polizei schaue in den Tagen vor dem Jahreswechsel ganz genau, was aus Tschechien eingeführt wird.

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