Chronik | Niederösterreich
03.01.2012

Zwettl: „Neuer Stadtpark statt EKZ“

Anrainer wollen ein Veranstaltungszentrum genauso wenig wie ein Shoppingcenter. Sie sehnen sich nach einer Grünoase.

Rund um ein 13.000 Quadratmeter großes Areal in der Gartenstraße in Zwettl wird heftig diskutiert. Während die Sozialdemokraten ein Einkaufszentrum (EKZ) auf dem früheren Gärtnerei-Grundstück strikt ablehnen und stattdessen ein multifunktionales Veranstaltungszentrum fordern, wünschen sich die Anrainer dort einen neuen Stadtpark als Naherholungsgebiet und „Grüne Lunge der Stadt“.

Sowohl von einem Shoppingcenter als auch Veranstaltungszentrum hält Hedwig Rössl wenig. „Schon jetzt ist der Verkehr in der Gartenstraße ein Wahnsinn. Wir wollen doch nur in Ruhe hier leben“, betont die Anrainerin. Sie hat für das verwahrloste Areal eine neue Idee, die unterm Strich weit weniger kostet als die angedachten Millionen-Projekte.

Ruhezone

„Das Grundstück ist wie geschaffen für einen Park, der zum Entspannen einlädt und mit der die alte Stadtmauer wieder zur Geltung kommt“, sagt Rössl. Immerhin sei der bestehende Stadtpark inzwischen ruiniert bzw. kaum noch existent. „Außerdem befinden sich das Senioren- und Behindertenwohnheim in der Nähe, für die ein Stadtpark eine willkommene Grünoase wäre“, betont Rössl. Einen Park kann sich der Unternehmer Christof Kastner als Teil eines Gesamtkonzeptes vorstellen. „Ein Veranstaltungszentrum (VAZ) mit einem Gastronomiebetrieb und Park sind eine positive Alternative“ , sagt Kastner, der sich mit einem EKZ nicht anfreunden kann. Wie berichtet, sehen die Sozialdemokraten für ein VAZ einen großen Bedarf. Doch Stadtchef Herbert Prinz bremst, weil „drei bis vier Bälle pro Jahr kein Veranstaltungszentrum rechtfertigen“.

Indes kursieren Gerüchte, dass der EKZ-Investor Reinhold Frasl sein Areal in der Gartenstraße verkaufen will. Trotz mehrmaligen Versuchs war Frasl nicht erreichbar.