Toter Bub in Groß Gerungs: Es wird wegen Kindstötung ermittelt

Das Kleinkind war 15 Monate alt, der Vater soll den Buben gefunden haben. Der Zustand der schwer verletzten Mutter ist stabil.
Absperrband mit der Aufschrift „Polizei“ vor unscharf beleuchteter Straße in der Nacht.

Die Auffindung eines toten Kleinkindes am Mittwoch in einer Wohnung in Groß Gerungs (Bezirk Zwettl) hat für Entsetzen in der Gemeinde gesorgt. Die 29-jährige Mutter des Buben steht im Verdacht, ihr Kind getötet zu haben. Anschließend hat die Frau versucht sich selbst zu töten.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Krems hat eine Obduktion des 15 Monate alten Buben angeordnet. Die schwer verletzte Mutter wurde Polizeiangaben von Donnerstagfrüh zufolge noch nicht einvernommen.

Sie befindet sich schwer verletzt in einem Krankenhaus, der Zustand sei allerdings stabil. Mutmaßlich liegt Kindestötung und Suizidversuch vor, heißt es vonseiten der Polizei.

Reanimation zeigte keine Wirkung

Das leblose Kind und die schwer verletzte Mutter waren Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr vom Vater des Kindes in der Wohnung in Groß Gerungs entdeckt worden. Der geschockte Mann setzte die Rettungskette in Gang. Reanimationsversuche der Rettungskräfte bei dem kleinen Buben schlugen fehl.

Die Mutter wurde mit schweren Schnittverletzungen zunächst in kritischem Zustand ins Spital gebracht. Sie hatte sich mit einer Rasierklinge tiefe Wunden am Hals zugefügt. Zuvor hatte die 29-Jährige einen Abschiedsbrief aufgesetzt.

Große Betroffenheit

Die Polizei ermittle die genauen Umstände, hieß es am Donnerstag bei der Staatsanwaltschaft Krems. Nähere Aufschlüsse erwarte man sich von der Obduktion des Kindes. Wie der Bürgermeister von Groß Gerungs, Christian Laister (ÖVP) gegenüber dem KURIER erklärt, sitze der Schock in der Gemeinde tief. Ein Teil der betroffenen Familie stamme aus der Ortschaft. Die Umstände seien besonders tragisch, es herrsche "große Betroffenheit". 

Umfelderhebungen

Das Landeskriminalamt ist mit dem Bereich Leib/Leben und der Tatortgruppe an der Arbeit. Die Spurensicherung war in der Nacht auf Donnerstag im Gang, zudem liefen erste Befragungen im Umfeld der Familie.

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