Der Posten in Klosterneuburg-Weidling wird gesperrt. Jetzt soll ein Stützpunkt samt Notruftaste entstehen.

© Martin Bernert

Polizeichef im Interview
02/09/2014

Zwei Orte wollen Notruftaste

21 Polizeiinspektionen sollen bis 1. Juli zugesperrt werden.

von Johannes Weichhart, Katharina Zach

Einen Sturm der Entrüstung hat die angekündigte Schließung von 21 Polizeiposten in Niederösterreich ausgelöst. Seit mehr als einer Woche führt die Spitze der Exekutive Gespräche mit den betroffenen Bürgermeistern. Im Interview mit dem KURIER spricht Landespolizeidirektor Franz Prucher über den Widerstand in den Gemeinden und wo eine Alternative zum Wachzimmer gewünscht wird.

KURIER: Es gab teils heftige Kritik aus den Regionen. Haben Sie mit diesem Widerstand gerechnet?

Franz Prucher: Wenn Veränderung stattfinden, dann gibt es natürlich auch Diskussionen darüber. Das ist menschlich. Wir sind aber auf diese Kritik eingegangen und nehmen sie ernst. Klar ist: Wir wollen mehr und nicht weniger Sicherheit.

In welchen Klima verliefen die ersten Gespräche mit den Ortschefs.

Sehr sachlich. Natürlich gibt es viele Wünsche. Aber wir haben versucht, die Reform zu erklären, die ja mehr als notwendig ist. Und die meisten sehen das aus meiner Sicht auch ein.

Gibt es schon eine Zahl an betroffenen Gemeinden, die eine Notruftaste bzw. den sogenannten Gemeindepolizisten haben wollen?

Klosterneuburg-Weidling und Puchberg am Schneeberg wollen dieses Angebot annehmen und einen Polizeistützpunkt einrichten. Es gibt aber noch eine Frist bis Ende Februar. Nachreichungen sind möglich.

In Mitterbach wird der Posten geschlossen, die Polizisten kommen ins 20 Kilometer entfernte Annaberg. Die Kollegen aus Mariazell wären viel schneller vor Ort, weil sie nur vier Kilometer entfernt sind. Allerdings dürfen sie nur in Notfällen einschreiten, weil es sich um ein anderes Bundesland handelt. Der Bürgermeister will nun eine Ausnahmeregelung.

Wir haben alle Wünsche der Ortschefs gesammelt, da gehört auch diese Anregung dazu.Genau dieser Fall soll auch mit dem Innenministerium besprochen werden.

Der Boulevard schreibt, dass Ost-Banden das Land überfallen würden. Stimmt das?

Dem kann ich nicht zustimmen. Betrachtet man die Kriminalitätsstatistik, war 2013 für uns ein gutes Jahr, auch 2014 hat gut begonnen. Wir haben weniger Einbrüche in Häuser und Wohnungen. Die Justiz stöhnt – und zwar zu Recht, weil wir viele Täter erwischt haben.

Können Sie ausschließen, dass in Zukunft noch weitere Posten zugesperrt werden?

Das schließe ich nicht aus, ist aber natürlich nicht unsere Priorität. Wir wollen jetzt bis 1. Juli diese 21 Dienststellen zusammenlegen. Uns ist wichtig, dass keine Frustrierten übrig bleiben.

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