Chronik | Niederösterreich
30.03.2018

Zugstrecke erwacht nach Stilllegung

Die Krumpe wird ab Juni wieder auf vier Kilometern unterwegs sein. 1898 wurden die Gleise eröffnet

Die Krumpe, eine Nebenlinie der Mariazellerbahn, wurde 1898 eröffnet. Damals führte sie von Obergrafendorf (Bezirk St.Pölten-Land) bis Mank (Bezirk Melk). Sieben Jahre später erfolgte die Verlängerung bis nach Ruprechtshofen. Die Gesamtstrecke bis nach Gresten wurde 1928 eröffnet. 2010 wurde das letzte Stück – bis dahin wurde die Strecke sukzessive verkürzt – stillgelegt.

Nun soll eine vier Kilometer lange Teilstrecke wieder in Betrieb genommen werden. Der Startschuss dafür soll am 16. Juni erfolgen. Die Nostalgielok Mh.6 wird an Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen zwischen dem Bahnhof Ober-Grafendorf und St. Margarethen unterwegs sein. „Auch die alten Personenwaggons werden im Einsatz sein. Sie wurden restauriert und hergerichtet“, sagt Raphaela Rampler von der Firma World of Styx, die in Kooperation mit dem Eisenbahnclub Mh.6, der NÖVOG (Niederösterreichische VerkehrsorganisationsgesmbH) und dem Tourismusverband Pielachtal diese Wegstrecke betreibt.

Nostalgiefahrt

„Die Fahrt dauert etwa zwanzig Minuten. Es ist wirklich eine Nostalgiefahrt, wo man sieht, wie früher die Überquerungen abgesichert wurden, wenn sich Straßen und Gleise gekreuzt haben“, sagt Rampler. „Ursprünglich wurden der Güterverkehr und der Personenverkehr bis in die 1960er mit Dampflokomotiven durchgeführt. Danach erfolgte die Umstellung auf Dieselloks. Die Güterzüge haben hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte befördert und der Personenverkehr wurde von Schülern und Arbeitern genutzt“, sagt Erich Dürnecker, Vereinsobmann vom Mh.6-Club. Auf der Krumpe war der Verkehr aber nie so stark wie auf der Mariazellerbahn, wo Wallfahrts- und Tourismusverkehr hinzukamen.

„Unser Ziel ist es, das Potenzial der Region zu fördern. Die Nostalgiefahrten sollen das Areal touristisch aufwerten“, sagt Wolfgang Stix, der Inhaber von Styx.