(Symbolbild)

© APA/ROBERT JAEGER

Chronik Niederösterreich
07/03/2020

Zielfahnder fassten Mordverdächtigen auf Straße in Baden

Der 63-Jährige war bereits zu 41 Jahren Haft verurteilt, setzte sich aber ab. Er gab Mord an seiner Frau in Auftrag.

Zielfahndern des Bundeskriminalamtes ist am Donnerstagnachmittag in Baden (NÖ) bei Wien ein beachtlicher Erfolg gelungen. Sie haben einen wegen Mordes und anderer Schwerverbrechen gesuchten Slowaken festgenommen. Der 63-Jährige war von der Justiz in seiner Heimat als verurteilter Mordauftraggeber gesucht worden. Slowakische Gerichte fahndeten seit 2018 mit einem europäischen Haftbefehl nach dem zu 23 Jahren Haft verurteilten Mann.

Wie das Bundeskriminalamt am Freitag bekannt gab, war es die bereits die 250. Festnahme der Zielfahnder. Der 63-Jährige, auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher der Slowakei, hatte bereits 1996 einen Auftragsmörder zur Tötung eines Mannes engagiert. Das Opfer wurde laut den Behörden am 3. Juni 1996 durch ein Fenster seines Hauses erschossen.

Im Frühjahr 2009 beauftragte der Verdächtige abermals einen Killer. Diesmal ging es um die Frau des Auftraggebers: Der angeheuerte Killer versuchte, sie durch die Detonation von einem Kilogramm TNT-Sprengstoff auf einem Firmengelände zu töten. Sie überlebte den Anschlag jedoch schwer verletzt, ebenso fünf weitere Menschen. 2018 wurde der Mann für diese Anstiftung zum Mord in der Slowakei rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Er kam jedoch der Aufforderung, seine Haft anzutreten, nicht nach, sondern verließ die Slowakei und tauchte unter.

In Südamerika vermutet

Sein Aufenthalt wurde zunächst in Südamerika vermutet - nicht zuletzt, weil er sich laut der slowakischen Nachrichtenagentur TASR bereits einmal den Strafverfolgungsbehörden durch Flucht nach Venezuela entzogen hatte, wo er 2013 aufgespürt worden war. Die internationale Fahndung nach dem slowakischem "Most Wanted" wurde diesmal von den Zielfahndern FAST-Slowakei übernommen. Im März 2018 wurden ihre österreichischen Kollegen vom BK (FAST-Austria) eingebunden. Nach intensiven Ermittlungen beider FAST-Teams wurde der Aufenthalt der gefahndeten Person in Wien oder Baden vermutet. In den vergangenen Wochen verdichteten sich die Indizien für einen vermutlichen Aufenthalt in Baden. TASR zufolge war der 63-Jährige bei einem Verwandten untergetaucht.

Am Donnerstag entdeckten die Zielfahnder und weitere Ermittler des BK den Verdächtigen in Baden auf der Straße. Der Tatverdächtige wurde angehalten, identifiziert und festgenommen, damit der 63-Jährige in die Slowakei ausgeliefert wird. Auf diese Auslieferung wartet er nun im Landesgericht Wien.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) gratulierte den Ermittlern: „Mit diesem 250. Fahndungserfolg der Zielfahnder sehen wir einmal mehr, welch herausragende Arbeit unsere Ermittlerinnen und Ermittler leisten und wie wichtig eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist.“ Die Zielfahndung im BK gibt es seit 2003. Unter den 250 Festgenommenen waren 55 wegen Mordes oder mehrfachen Mordes gesucht, sechs entflohene Strafgefangene, zwei mutmaßliche Vergewaltiger, sechs des Kindesmissbrauchs Verdächtige, 38 mutmaßliche Räuber und 79 Betrugs- oder Schwerbetrugsverdächtige, die für einen finanziellen Schaden von rund 1,3 Milliarden Euro verantwortlich waren. 100 Festnahmen erfolgten in Österreich.

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