"Das See ist grundlos“: Ein Titel der irritiert, eine Ausstellung, die interessiert
In der Galerie Stiegenwirt am Wullersdorfer Hauptplatz ist die Ausstellung "Das See ist grundlos" zu sehen. Bei der Finissage (26. April) werden die Künstler anwesend sein.
Die neue Ausstellung in der Galerie Stiegenwirt in Wullersdorf (Bezirk Hollabrunn) fand bei der Vernissage großen Anklang. Zahlreiche Besucher wollten "Das See ist grundlos" genauer betrachten.
Das ungewöhnliche Ausstellungsprojekt, das aus einem offenen Aufruf hervorging, vereint Positionen aus Wien und Niederösterreich sowie einem Beitrag eines Studierenden der Kunstuni Linz. "Die Vielzahl an Einreichungen ermöglichte eine vielschichtige Ausstellung, die beim Publikum auf positive Resonanz stieß", berichtet Andreas Semerad, Obmann des Kunst- und Kulturkreises Wullersdorf.
Sprachliche Irritation
Der Titel "Das See ist grundlos" verweist auf eine bewusste sprachliche Irritation und eröffnet zugleich einen Denkraum jenseits gewohnter Bedeutungszuschreibungen. Die ausgestellten Arbeiten greifen unterschiedliche Aspekte menschlicher Erfahrung auf und thematisieren gesellschaftliche, persönliche und poetische Fragestellungen.
- Die Ausstellung "Das See ist grundlos" ist noch bis 26. April in der Galerie Stiegenwirt zu sehen.
- Öffnungszeiten: 18., 19., 25. und 26. April, jeweils 14 bis 18 Uhr
- Die Galerie Stiegenwirt ist am Wullersdorfer Hauptplatz zu finden.
- Die Finissage findet am 16. April ab 17 Uhr statt, die Künstlerinnen und Künstler werden anwesend sein.
Michael Bottig setzt sich in seinem Werk "Die Inhomogenität des Paradieses“ mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander, während Ulrike Bültemeyer mit ihrem Diptychon "Falasah“ der Erfahrung von Einsamkeit nachspürt. Die Videoperformance „Heldinnen – staying alive as female artist“ der Gruppe "Die 4 Grazien" begegnet kulturellen Zuschreibungen von Weiblichkeit mit Tanz und humorvoller Leichtigkeit.
Offene Denkräume
Petra Forman untersucht in ihren Arbeiten Transformation und Identität in vielschichtigen Farb- und Materialstrukturen. Offene Denkräume entstehen auch in der Décalcomanie „Per aspera ad astra“ von Ursula Halmágyi. Die textile Arbeit „Where is the horizon?“ des ukrainischen Kunststudenten Dmytro Khodorchok, reflektiert Erfahrungen von Realität und Hoffnung.
Saskia Lassman beschäftigt sich mit Naturmaterialien, Ordnung und Wahrnehmung in Stickereien und einer Rauminstallation. Birgit Lock eröffnet mit ihrer Arbeit "Erinnerungen“ einen reduzierten, irritierenden Blick auf vertraute Objekte. Dora Mai widmet sich in drei großformatigen Leinwänden der Flüchtigkeit des Augenblicks.
Bewährtes Kuratorenduo war im Einsatz
Objekthafte Positionen zeigen Kurt Spitaler und Anita Steinwidder: Spitalers Skulpturen aus verbundenen Möbelteilen erinnern abstrakt an "Flügelschlag“ oder 2Schmetterlinge“, während Steinwidders "Charm Bracelet“ Fundstücke zu neuen Bedeutungszusammenhängen verdichten. Jürgen Wagner untersucht mit der Werkgruppe "materialic“ Fragen nach Bildrealität und Wahrnehmung. Poetisch angelegt ist schließlich die mehrteilige Arbeit von Sophie Vitovec, in deren Zentrum das Keramikobjekt "Snakeskin Trace“ steht.
Kuratiert wurde die Ausstellung von Andreas Herok und Andreas Semerad. Das Kuratorenduo knüpft damit an die letztjährige Ausstellung "Natur, die uns atmet" an, in dem Sprache, Bildhaftigkeit und poetische Irritation ebenfalls eine zentrale Rolle spielt.
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