Chronik | Niederösterreich
03/22/2019

Wohnbauförderung für junge Familien wird verdoppelt

Die neue Wohnbaustrategie des Landes NÖ soll unter anderem den ländlichen Raum stärken.

Lange wurde hinter den Kulissen diskutiert, verhandelt und gerechnet, am Freitag präsentierten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesrat Martin Eichtinger die neue Wohnbaustrategie. Die Stoßrichtung lautet: Niederösterreicher sollen künftig Vorrang im gemeinnützigen Wohnbau haben, zudem soll der ländliche Raum gestärkt werden.

Vor allem finanzielle Anreize spielen in dem Paket eine große Rolle. Für Personen, die am Land leben oder sich dort ansiedeln wollen, soll es künftig bis zu 20 Prozent mehr an Wohnbauförderung geben. Auch im Kampf gegen das Aussterben der Ortszentren soll die Strategie eine wichtige Rolle spielen. So wird nun ein „Bauherrenmodell“ für gewerbliche Bauträger eingeführt.

Dieses soll spezielle Zuwendungen für den Fall beinhalten, dass in leer stehenden Gebäuden neuer Wohnraum geschaffen wird. Private Hausbauprojekte im Ortskern werden außerdem mit bis zu 12.000 Euro subventioniert. Gemeinnützige Genossenschaften sollen einen Ortsbonus in Form einer Ankaufsförderung für mehrgeschoßige Wohnbauprojekte erhalten.

Zuschuss

Eine Verdoppelung von 5000 auf 10.000 Euro bringt die neue Strategie bei der Wohnbauförderung für Jungfamilien im Bereich der Eigenheime. Der Zuschuss für das erste zum Haushalt gehörende versorgungsberechtigte Kind wird von bisher 8000 auf 10.000 Euro erhöht, für jedes weitere Kind werden 10.000 Euro ausgeschüttet.

„Damit sollen Jungfamilien ihren Wohntraum besser und schneller realisieren können“, betont Mikl-Leitner.

Dritter Punkt: Niederösterreicher sollen künftig im gemeinnützigen Wohnbau bevorzugt werden. Dafür wurde ein Kriterienkatalog erstellt. Abgefragt werden darin neben der Familiengröße, dem Einkommen auch gesellschaftliche Punkte wie etwa das Engagement in der jeweiligen Gemeinde. Eine Rolle spielt auch die jeweilige Religion und die Begründung von Haupt- und Nebenwohnsitz. Die Beurteilung erfolgt dann durch einen Beirat.

Dem ökologischen Aspekt wird künftig auch mehr Platz eingeräumt. Fassaden und Dächer von Wohnbauten sollen stärker begrünt werden, Expertenteams sich mit dem Thema nachhaltige Bauweise noch intensiver auseinandersetzen.

Budget

Mehrkosten würden dem Land durch die neue Initiative nicht entstehen, betont Eichtinger. Bei den 777 Millionen Euro, die das Land im Vorjahr für Förderungen und Haftungen aufgebracht hat, soll es in etwa bleiben. Der budgetäre Spielraum entstehe dadurch, weil einige Programme der Vergangenheit nun auslaufen würden, so der ÖVP-Politiker.