Chronik | Niederösterreich
23.04.2017

Wirtshaus-Kultur in Mank: Brutal lokal ohne Kompromisse

Im 400 Jahre alten Wirtshaus Beringer wird ein neues Event-Format ausprobiert.

Kein Pfeffer, keine Schokolade, kein Olivenöl und schon gar keine Meeresfrüchte kommen im Wirtshaus Beringer in Mank (Bezirk Melk) auf den Tisch. Warum? Weil alles "brutal lokal" sein soll. Sprich: Die Zutaten für die Gerichte sollen aus der näheren Umgebung kommen, am besten überhaupt aus dem eigenen Wirtshausgarten.

Alexandra Labenbacher-Konecny ist die Junior-Küchenchefin im Wirtshaus Beringer und für das neue Event-Format verantwortlich. "In erster Linie ist es eine Herausforderung an mich selbst, ganz ohne weitimportierte Zutaten auszukommen und alles regional zu beziehen. Und es klappt wunderbar."

Das Event-Format sieht so aus: Ein Abend, 30 Gäste, eine lange Tafel und ein Menü, das für alle gleich ist. " Man kann sagen, ich erziehe die Gäste, denn jeder bekommt das gleiche Essen", sagt Labenbacher-Konecny. "Ich denke, es ist ganz befreiend, einmal nicht entscheiden zu müssen." Man müsse sich darauf einlassen, aber dann mache es Spaß. Spaß hatte die Junior-Küchenchefin auch bei der Zusammenstellung des 6-Gänge Menüs.

Tradition mit Twist

"Fisch gestrichen" heißt der Hauptgang aus Saibling, knuspriger Fischhaut, Rotkraut und Karfiolschnee. Das kann auf den ersten Blick schon mal wie ein Dessert aussehen. Auch eine "Schweinerei" kommt auf den Tisch. Dahinter versteckt sich eine kreative Komposition aus Schweinebackerl, Mostmarmelade, Hopfen und Salzbuchteln.

Nicht steif, sondern unkonventionell und lebendig soll der brutal lokale Abend sein. "Unter den Gästen sind Pärchen oder Freundesgruppen, die meisten kommen jedoch einzeln. Aber an der langen Tafel lernen sie sich bei uns kennen", erklärt Labenbacher-Konecny.

Seit 400 Jahren gibt es das Wirtshaus, im Besitz der Familie Beringer ist es seit 1927. Auch im normalen Wirtshausbetrieb werden die Speisen so lokal wie möglich zubereitet. "Natürlich nicht ganz so streng wie bei Brutal Lokal, aber so gut wie es geht." Da werden typische Wirtshausklassiker neu interpretiert wie etwa bei den würzigen Enten-Grammelknödel. Auch kreative Kreationen haben ihren Platz. Besonders beliebt sind die veganen Frühlingsrollen, die laut Labenbacher-Konecny "besser als in jedem China-Restaurant" sind.

Der Falstaff hat auf jeden Fall 82 Punkte vergeben und das Wirtshaus Beringer 2017 erstmals in den Restaurantführer aufgenommen.

Blick in die Karte

Brutal Lokal

6-Gänge Menü inklusive Weinbegleitung: 52 Euro
Nächster Termin: 10.6.2017

Wirtshaus-Schmankerl

Gebratene Hühnerbrust im Rohschinkenmantel: 14,80 Euro
Bierbrauerschnitzel: 12,20 Euro
Hauspfandl: 14,20 Euro

Natürlich vegetarisch

Ricotta Ravioli: 9,20 Euro
Gebratener Brotfladen: 9,20 Euro

Mehr Informationen im Internet:

www.beringer-mank.at