Wildlife Photographer of the Year: Sieg für Foto aus NÖ

Josef Stefan aus Hollenstein im Weinviertel darf sich "Wildlife Photographer of the Year 2026" nennen. Sein "Fliegendes Nagetier" erhielt die meisten Stimmen.
Flying Rodent

Der Wildlife Photographer of the Year 2026 kommt aus dem 95-Seelen-Ort Holleinstein, einer Katastralgemeinde von Ziersdorf im Bezirk Hollabrunn. "Es ist unglaublich, dass ich das erleben darf. Das gibt's nur einmal im Leben", sagt Naturfotograf Josef Stefan.

Im KURIER-Gespräch verrät er, dass er schon länger weiß, dass sein Foto "Flying Rodent" mit Abstand die meisten Stimmen bekommen hat. Denn da das Naturhistorische Museum von London nach der Bekanntgabe natürlich Pressetexte herausgibt, "musste ich schon etwas schreiben, auch für BBC News", berichtet Stefan. 

Ein Foto stach aus über 60.000 anderen heraus

Zunächst waren es 60.636 Bilder, die für den "Oscar der Wildtierfotografie" eingereicht wurden, von Fotografen aus 113 Ländern. Eine internationale Fachjury wählte, wie berichtet, daraus die besten 25 Bilder aus. Stefans Bild des Iberischen Luchses, der mit seiner Beute spielt und sie dabei in die Luft wirft, war unter den Finalisten. Er war dabei der einzige Fotograf aus Österreich, der es in diese enge Auswahl schaffte.

Naturfotograf Josef Stefan

Naturfotograf Josef Stefan mit einer Krähenschabe auf der norwegischen Vogelinsel Hornøya.

Danach ging es ans Abstimmen, denn diese begehrte Auszeichnung ist ein "People"s Choice Award". Von 4. Februar bis 18. März konnte online abgestimmt werden. "Das waren jetzt sechs intensive Wochen", erinnert sich der Hollensteiner. Flyer wurden gedruckt, Mundpropaganda gemacht, Interviews gegeben, Links verschickt. "Wir haben den Leuten das Handy regelrecht aus den Taschen gezogen", erzählt der 66-Jährige, dass beim Voting, das auf Englisch war, geholfen wurde.

"Flying Rodent" bis 12. Juli in London

Insgesamt wurden 85.917 Stimmen abgegeben, 11.822 entfielen auf die beeindruckende Aufnahme von Josef Stefan. "Damit habe ich doppelt so viele wie der Zweitplatzierte", ist er stolz. Das Bild ist nun im Naturhistorischen Museum in London zu sehen. "Zig Millionen Menschen werden es sehen", weiß Stefan, dass das Museum sehr gut besucht ist. Die Ausstellung läuft bis 12. Juli.

Seltenes Verhalten fotografisch festgehalten

"Es muss ein Bild sein, das man noch nie gesehen hat", schilderte der Fotograf im KURIER-Gespräch im Februar. Als er im November 2024 auf Fototour in Spanien war, beobachtete der Österreicher eine besondere Szene: Ein Iberischer Luchs fing eine Ratte und spielte mit ihr. Er warf sie mehrmals in die Luft und fing sie wieder auf. So sah es so aus, als könnte das Nagetier fliegen. Stefan drückte auf seiner Nikon Z9 ab, der "Flying Rodent - Fliegendes Nagetier" war im Kasten. 

"Dieses Verhalten ist ganz selten. Selbst die Spanier, mit denen ich gesprochen habe, haben das noch nie gesehen", beschrieb der Naturfotograf das außergewöhnliche Schauspiel, das etwa 15 Minuten dauerte.

Dass er diesen seltenen Moment mit seiner Kamera eingefangen hat, macht den Hollensteiner nun weltweit bekannt. Denn wenn die Ausstellung in London endet, "wird das Bild in über 60 Städten auf der ganzen Welt ausgestellt - so gelangt man zu internationalem Ansehen. Es ist unglaublich", betonte er.

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