Wildlife Photographer of the Year: NÖ Fotograf im Rennen

Ein Mann mit Kamera kniet im Schnee neben einem Kormoran auf einem Felsen.
Als einziger österreichischer Fotograf ist Josef Stefan aus dem Bezirk Hollabrunn für den „Wildlife Photographer of the Year“-Award nominiert.

Der „Wildlife Photographer of the Year – People’s Choice Award 2026“ gilt als der bedeutendste Naturfotografie-Wettbewerb der Welt und wird international auch als „Oscar der Naturfotografie“ bezeichnet. Um den diesjährigen Award bewarben sich Fotografen aus 113 Ländern. 60.636 Bilder wurden eingereicht. Die internationale Fachjury wählte aber nur 25 Fotografien aus – eine davon von Naturfotograf Josef Stefan, der im Bezirk Hollabrunn zu Hause ist.

Er ist unter den Finalisten der einzige Österreicher. „Jetzt geht's ans Eingemachte“, bittet der 66-Jährige schmunzelnd um Unterstützung. Eine Jury hat zwar die Bilder ausgewählt, doch nun wird online abgestimmt, welches das beste Bild ist. Der Hollensteiner – eine Katastralgemeinde von Ziersdorf – wusste sofort, dass er genau dieses Bild einreichen würde. 

Die fliegende Ratte

„Es muss ein Bild sein, das man noch nie gesehen hat“, schildert der Fotograf. Das ist ihm im November 2024 bei einer Fototour in Spanien mit seiner Nikon Z9 gelungen: Josef Stefan hat einen Iberischen Luchs fotografiert, der mit einer Ratte, die er gefangen hat, spielt. Er wirft sie mehrmals in die Luft und fängt sie wieder auf. Es sieht aus, als könnte das Nagetier fliegen – und genau da hat Stefan abgedrückt. Das Foto „Flying Rodent – Fliegendes Nagetier“ war im Kasten.

Ein Luchs schlägt mit der Pfote nach einer durch die Luft fliegenden Maus auf einem sandigen Weg.

Das oscarreife Bild von Naturfotograf Josef Stefan: Ein Iberischer Luchs spielt mit einer erbeuteten Ratte. 

Traum erfüllt

„Dieses Verhalten ist ganz selten. Selbst die Spanier, mit denen ich gesprochen habe, haben das noch nie gesehen“, beschreibt der Naturfotograf das außergewöhnliche Schauspiel, das etwa 15 Minuten dauerte.

„Die Begegnung mit dem Iberischen Luchs, auch Pardelluchs genannt, war für mich die Erfüllung eines langjährigen fotografischen Traums.“ Denn die Wildkatze stand Anfang der 2000er-Jahre vor dem Aussterben. Es gab nur noch 94 Tiere. Durch konsequente Schutz- und Wiederansiedelungsprogramme konnte sich der Bestand auf heute rund 2.000 Exemplare erholen. „Sie ist damit ein starkes Symbol dafür, dass engagierter Naturschutz wirkt“, erzählt Stefan. Genau das ist ihm wichtig. Er fotografiert seit seinem 16. Lebensjahr, hat sich aber nicht nur der Fotografie, sondern auch dem Naturschutz verschrieben.

Den Eisbären sehen

Wie er selbst sagt, hat sich Stefan mit der Luchs-Begegnung einen fotografischen Traum erfüllt. Hat er noch einen anderen? „Den Polarbären würde ich gerne fotografieren, bevor er ausstirbt.“ In Spitzbergen, einer Inselgruppe im arktischen Ozean, ist er schon gewesen; eine Eisbärbegegnung ist aber ausgeblieben.

Doch aktuell bittet der Hollensteiner um jede Stimme für das Bild „Flying Rodent“, denn jetzt in der finalen Phase entscheidet das internationale Publikum, wer von den besten Fotografen der Welt nun den Oscar der Naturfotografie erhält. „Jede Stimme zählt und trägt dazu bei, Österreich auf der globalen Bühne sichtbar zu machen“, hofft Josef Stefan auf die meisten Klicks für sein Bild, das er als Sensation bezeichnet.

Abgestimmt werden kann bis 18. März unter: www.nhm.ac.uk/wpy/peoples-choice/2025-flying-rodent.

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