Mit Hammer und Hightech gegen den Fachkräftemangel in NÖ
Heiß her geht es in der Schmiede, wo auch viel Kreativität gefragt ist.
Mit wuchtigen Hammerschlägen wird in der Schmiede heißes Eisen geformt. „Bei uns werden Werkzeuge hergestellt, aber auch zum Beispiel Treppengeländer. Wichtig ist uns zudem, dass die Teilnehmer ihrer Kreativität freien Lauf lassen können“, sagt Roman Burgstaller.
Er leitet die Schmiede-Werkstätte im Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) in St. Pölten, wo künftige Fachkräfte ausgebildet werden. 1.200 Zertifizierungen werden hier pro Jahr ausgestellt.
Neue Meister
Der Bedarf ist dennoch riesig und auch alarmierend. „Bis zum Jahr 2029 werden in Niederösterreich etwa 14.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt“, berichtet Wirtschaftskammer-Vizepräsident und WIFI-Institutsvorstandsvorsitzender Christian Moser.
Im WIFI sieht man sich für diese Mammutaufgabe jedenfalls gut gerüstet. Auf einer Fläche von 5.000 Quadratmetern sind hier 48 modern ausgestattete Werkstätten zu finden – von der traditionsreichen Schmiede über Kfz-Technik bis hin zur Orthopädie oder Kosmetik. „Unsere Werkstätten sind das Fundament für die Wirtschaft in Niederösterreich. Hier wird nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern Handwerk auf höchstem technischen Niveau gelebt“, betont Moser.
Moser (3.v.li.) beschäftigt der Fachkräftemangel intensiv.
Das Interesse an den Kursen ist groß: Im vergangenen Jahr wurden rund 55.000 Teilnehmer registriert. 400 Frauen und Männer erhielten den Meisterabschluss, etwa 350 einen außerordentlichen Lehrabschluss.
Immer wichtiger werde auch die Zusammenarbeit mit dem AMS, heißt es. „Viele Jobsuchende werden bei uns ausgebildet“, berichtet WIFI-Vize Johannes Zederbauer.
Gefordert ist das WIFI aber auch deshalb, weil sich die Technik in einigen Bereichen rasant entwickelt.
Laut Zederbauer sind für heuer unter anderem noch die Anschaffung von KI-gestützten Hautbeurteilungsgeräten für den Kosmetikbereich, eine E-Tankstelle sowie neue Batteriespeichersysteme für die Kfz-Technik geplant. Zederbauer: „Diese Investitionen sind unser Versprechen an die Betriebe, Fachkräfte an jenen Maschinen auszubilden, die sie morgen auch tatsächlich im Betrieb vorfinden.“
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