Ein Hersteller im Visier: Scheinwerfer-Bande schlägt in NÖ zu
Die Täter schlugen nachts zu.
Thomas Prameshuber ist wütend. Der Logistikchef der Firma Eisen Neumüller in Ennsdorf, Bezirk Amstetten, muss umplanen. Der Grund: Unbekannte stahlen von fünf Lastautos die Scheinwerfer.
„Der Schaden liegt zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Besonders bitter ist, dass die Täter auch die Kabelstränge durchgeschnitten haben“, erzählt Prameshuber im Gespräch mit dem KURIER.
Bis die Lkw der Marke Scania wieder mit neuen Scheinwerfern ausgerüstet sind, werde es dauern, so der Mitarbeiter. Das Problem sei, dass man erst Ersatzteile besorgen müsse, und das sei aufwendig.
Kabelstränge wurden durchgeschnitten.
Die Kriminellen dürften in der vergangenen Woche im Schutz der Dunkelheit zugeschlagen haben. Die Fahrzeuge befanden sich auf einer öffentlichen Abstellfläche vor dem Firmengelände.
Täter stahlen Auto in Wien
Laut Amstettner Ermittlern könnten Profis am Werk gewesen sein. Denn die Unbekannten fuhren mit einem in Wien gestohlenen Pkw vor, auf dem ein Amstettner Kennzeichen montiert war. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Auch im Landeskriminalamt Niederösterreich (LKA NÖ) ist man informiert. „In den vergangenen Wochen gab es mehrere Diebstähle dieser Art“, berichtet LKA-Leiter Stefan Pfandler.
Unter anderem sollen im Weinviertel, aber auch im südlichen Niederösterreich, Scheinwerfer aus Lkw gestohlen worden sein. KURIER-Informationen zufolge sollen die Ganoven auch im Bezirk Lilienfeld zugeschlagen haben.
Stellt sich die Frage, warum ausgerechnet Scheinwerfer (LED oder Xenon) von Scania-Trucks für Diebe von großem Interesse sind. Unter so manchen Unternehmern gibt es eine Vermutung: Sie glauben, dass die Geräte von Drogenzüchtern für ihre Indoor-Plantagen verwendet werden könnten, weil die Scheinwerfer für viel Licht nur wenig Energie brauchen.
„Wir arbeiten hart, während die anderen nur Rauch im Kopf haben und stehlen gehen“, zeigt sich Prameshuber erzürnt.
Hinweise erbeten
Im Landeskriminalamt zeigt man sich hingegen skeptisch, ob diese These wirklich stimmen kann. „Diesbezüglich liegen uns derzeit keine Informationen vor“, sagt Pfandler. Viel eher wird vermutet, dass die Scheinwerfer am Schwarzmarkt Abnehmer finden - weil die Nachfrage nach Ersatzteilen groß ist.
Um die Täter ausforschen zu können, hoffen die Fahnder auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Diese können bei jeder Polizeidienststelle abgegeben werden.
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