Chronik | Niederösterreich
02.05.2018

Wienerwald: „Erlebnisbegleiter werden“

Der neue Wienerwald-Tourismuschef Christoph Vielhaber im Interview mit dem KURIER.

Niederösterreichs zweitgrößte Tourismusdestination, der Wienerwald, bekommt am 4. Juni einen neuen Geschäftsführer: Christoph Vielhaber. Als Tourismus-Experte hat sich Vielhaber unter anderem als Projektkoordinator der Niederösterreichischen Landesausstellung 2015 im Mostviertel und als organisatorischer Wegbereiter für die geplante Landesausstellung 2019 in Wiener Neustadt einen Namen gemacht. Darüber hinaus war der 47-Jährige bei einem international agierenden Touristikkonzern als Bereichsleiter für Strategie- und Produktentwicklung für Zentral-Osteuropa zuständig. Im Gespräch mit dem KURIER erzählt der Klosterneuburger (Bezirk Tulln), was er als Geschäftsführer vor hat.

KURIER: Welchen Plan verfolgen Sie für den Wienerwald?

Vielhaber: Besonders wichtig ist es mir, die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Betrieben und Organisationen noch stärker zu fördern, als es derzeit ohnehin schon der Fall ist. Es geht darum, dass wir viele gute Betriebe und Juwele haben, aber wenn man die Region gemeinsam bewirbt, noch mehr Strahlkraft erzeugen kann. Ein gutes Beispiel ist die Genussmeile, wo gemeinsam viel mehr erreicht wird als alleine.

Wie soll das erreicht werden?

Man muss versuchen, die einzelnen Betriebe ins Boot zu holen, dann das ein oder andere Leitprodukt entwickeln und eine gemeinsame Klammer mittels Kommunikation schaffen.

Worauf wollen Sie den Fokus legen?

Wir wollen die Themenfelder Wein und Kulinarik, sowie Bewegung in der Natur weiter ausbauen. Der Wienerwald ist aber sowohl Naherholungsraum als auch Lebensraum und wir wollen beide Interessen berücksichtigen. Die Betriebe – es sind die touristischen Leistungsträger, die nahe am Gast sind – sollen zudem beraten, serviciert und bei der Digitalisierung unterstützt werden. Gemeinsam mit dem Land Niederösterreich wird in diesem Bereich derzeit eine neue Stelle geschaffen.

Welche Herausforderung stellt die Digitalisierung?

Dass die Digitalisierung kommt, ist ein Fakt. Man muss dabei auf zwei Punkte aufpassen: Man darf den Anschluss nicht verpassen, denn wer in der digitalen Welt nicht präsent ist, ist es auch nicht in der realen. Je stärker aber die Digitalisierung voranschreitet, desto wichtiger wird der persönliche Kontakt sein – denn nur so interagiert man mit dem Gast. Man hat nur die eine Chance, den Gast zu begeistern. Man muss wieder vom Informationsgeber zum Erlebnisbegleiter werden.