Münzen, Krieger, Rituale: Wer waren die Iberer?
Das Plakat der Ausstellung beinhaltet eine Abbildung des "Pferdebändigers".
Zusammenfassung
- Erste umfassende Ausstellung in Österreich präsentiert Kultur und Geschichte der Iberer mit über 300 Exponaten und multimedialen Elementen.
- Die Iberer pflegten weitreichende Handelsbeziehungen, beeinflussten auch Künstler wie Picasso und standen im Austausch mit den Kelten.
- Mitmachstationen und 3D-Animationen machen die Ausstellung familienfreundlich; der Schatz von Tivissa ist das Highlight.
Dieser Frage widmet sich das MAMUZ Museum von 14. März bis 29. November. Unter dem Titel „Die geheimnisvolle Welt der Iberer“ reisen Besucherinnen und Besucher im Mistelbacher MAMUZ zurück in die Eisenzeit – auf die iberische Halbinsel. Es ist die erste Ausstellung in Österreich, die sich umfassend diesem antiken Volk widmet. Ziel ist es, die Kultur und Geschichte der Iberer einem heimischen Publikum näherzubringen. Sie läuft von 14. März bis 29. November.
Die spanische Botschafterin Aurora Mejía sprach bei der Präsentation der Ausstellung von einem „faszinierenden und wichtigen“ Volk, das in Österreich eher unbekannt sei. „Internationale, kulturelle Zusammenarbeit ist uns sehr wichtig, darum sind wir stolz darauf, mit dem MAMUZ diese Ausstellung ins Leben gerufen zu haben.“
Franz Pieler, wissenschaftlicher Leiter MAMUZ, María Aurora Mejía Errasquín, Botschafterin von Spanien in Wien, Carme Rovira Hortala, leitende Kuratorin des Museu d'Arqueologia de Catalunya und Christoph Mayer, Geschäftsführer MAMUZ.
Ausstellung über Blütezeit der Iberer
Zwischen dem sechsten und ersten Jahrhundert vor Christus blühte die Kultur der Iberer auf, in der Ausstellung kann man über 300 Ausstellungsstücke dieser Zeit begutachten. Selbst Pablo Picasso ließ sich von dem Volk inspirieren, vor allem in seinen Porträts wird ihr Einfluss sichtbar.
Der Einfluss der Iberer endete jedoch nicht im heutigen Spanien, Portugal und Teilen von Frankreich, auch bis Österreich erstreckten sich ihre Handelsbeziehungen. Sie standen mit den hier ansässigen Völkern, zum Beispiel den Kelten, in regem Austausch. Vor allem ihr handwerkliches Geschick war gefragt, sie verarbeiteten Gold und Silber zu filigranen Schmuckstücken.
Neben Schmuckstücken, Kriegstrophäen und Kunstwerken setzen Videos, animierte Karten und Hörstationen zusätzliche Akzente. Besonders eindrucksvoll: ein Audio-Beispiel der iberischen Sprache, die bis heute nicht entschlüsselbar ist.
Schatz von Tivissa: „Krönung der Ausstellung“
Leiterin der Ausstellung, Carme Rovira, ist vor allem vom Schatz von Tivissa begeistert: „Er ist die Krönung der Ausstellung und beinhaltet Becher, Schalen und Schmuck. Zuerst war er in der Schweiz ausgestellt und ist jetzt in Österreich zu sehen.“
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Museu d’Arqueologia de Catalunya sowie mit Unterstützung des Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig. „Die Präsentation in Basel hat uns begeistert“, sagt MAMUZ-Geschäftsführer Christoph Mayer. „Deshalb wollten wir die Iberer auch nach Mistelbach holen – und das möglichst familienfreundlich.“
Blick auf Völker der Eisenzeit
Franz Pieler, wissenschaftlicher Leiter des Hauses, sieht die Schau als Fortsetzung bisheriger Schwerpunkte: „Wir haben uns intensiv mit der Eisenzeit und etwa den Kelten beschäftigt. Nun richten wir den Blick auf ein anderes Volk dieser Epoche.“
Durch Spiele, Rätsel und Mitmachstationen sollen vor allem Kinder dazu animiert werden, sich mit der Urgeschichte auseinanderzusetzen. Auch 3D-Animationen bringen die Welt der Iberer näher.
Römer beendeten Blütezeit der Iberer
Nach rund 500 Jahren endete die Blütezeit der Iberer abrupt: Im Zuge des Zweiten Punischen Krieges geriet die Halbinsel unter römische Kontrolle – und eine eigenständige Kultur verschwand nach und nach aus der Geschichte.
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