750. Botschafter für Kellergassen hat Ausbildung abgeschlossen
Thomas Wegerth (2.v.r.) ist der 750. Kellergassenführer Landtagspräsident Karl Wilfing (r.) überreichte ihm seine Urkunde. Michael Staribacher und die Obfrau der "KellergassenführerInnen im Weinviertel" gratulierten.
Der Festsaal Falkenstein (Bezirk Mistelbach) war Schauplatz der Urkundenverleihung für die neuen Kellergassenführerinnen und -führer. Es waren zehn an der Zahl, die von Landtagspräsident Karl Wilfing die Auszeichnung für ihre absolvierte Ausbildung erhielten.
Die Kellergassenführer seien Botschafter für das einzigartige Kulturgut Kellergasse. „Sowohl bei der Erhaltung und Renovierung von Presshäusern, als auch beim Weitertragen der Historie und der Erzählungen, wie es anno dazumal im Weinviertel wirklich war, kommt ihnen eine bedeutende Rolle zu“, betonte Wilfing bei der Verleihung.
Thomas Wegerth ist 750. Kellergassenführer
Für Thomas Wegerth aus Neubau (Gemeinde Ladendorf im Bezirk Mistelbach) – beruflich sogar als Kellergassen-Bauberater tätig - gab es besonderen Grund zur Freude: Er ist der 750. Kellergassenführer in Niederösterreich und wird in Zukunft Interessierte durch seine Kellergasse in Neubau führen.
Zehn neue KellergassenführerInnen und ein Kellergassen-Liebhaber erhielten ihre Urkunden von Landtagspräsidenten Karl Wilfing. Ausbildungsleiter Michael Staribacher vom Kellergassenmanagement gratulierte.
Michael Staribacher vom Kellergassenmanagement der Dorf- & Stadterneuerung NÖ ist überzeugt: „Nur durch die Wertschätzung dieses Kulturerbes können die Kellergassen überleben und ihre wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft erfüllen. Umso wichtiger ist die Ausbildung von Kellergassenführerinnen und -führern, um diese Schätze unserer Region zu bewahren, zu pflegen und den Menschen zugänglich zu machen.“
„Unglaubliche Zahl“ an Presshäusern
Diese Wertschätzung ist da: Die Kellergassen im Weinviertel ziehen jährlich 20.000 bis 30.000 Besucher an. Das Kellergassenmanagement bringt auch einen Vergleich: In Niederösterreich gibt es mehr als 1.300 Kellergassen mit 37.000 Presshäusern. Graz, die zweitgrößte Stadt Österreichs, zählt insgesamt 39.000 bauliche Objekte, wie Häuser, Gebäude, Anlagen. „Eine unglaubliche Zahl“, sagt Staribacher.
Die Obfrau der Kellergassenführer Weinviertel, Eva Kreiner, freut sich auf weitere Mitstreiter im Verein, der mittlerweile rund 250 Mitglieder hat und verspricht, auch in Zukunft verstärkt auf die Aus- und Weiterbildung der Mitglieder zu setzen.
Doris Knoll von der Baudirektion NÖ erläuterte bei der Verleihung die Vorteile des neuen Kellergassen-Schutzzonenkonzeptes, das in 25 Gemeinden bereits umgesetzt wird.
- Im Jahr 2000 wollte der Regionalentwicklungsverein Land um Laa seine Kellergassen beleben, deshalb wurde ein Ausbildungsprogramm für Kellergassenführer entwickelt.
- 60 Lehrgänge später sind die Experten nicht mehr wegzudenken und fixer Bestandteil des touristischen Angebotes.
- Den Gästen werden Architektur, die Geschichte und der Zauber der Kellergasse nähergebracht. All das lernen die Kellergassenführerinnen und Kellergassenführer in sechs Ausbildungsmodulen.
- Mittlerweile gibt es schon zu mehr als 400 Kellergassen schriftliche Arbeiten.
- Wer in welcher Kellergasse Führungen anbietet, ist auf www.kellergassenerlebnis.at zu finden, oder auf www.weinviertel.at
- Ein weiterer Ausbildungs-Lehrgang für angehende Kellergassenführerinnen und Kellergassenführer startet bereits im Frühjahr 2026: https://www.kellergassenmanagement.at/ausbildung/kellergassenfuehrer/
Alleinstellungsmerkmal Kellergasse
Die gute Kooperation mit den Kellergassenführern und dem neuen Kellergassenmanagement der Dorf- & Stadterneuerung hob auch der Geschäftsführer der Weinviertel Tourismus GmbH, Hannes Steinacker, hervor. Für ihn sind die Kellergassen das Alleinstellungsmerkmal des Weinviertels, genauso wie der Weinviertel DAC.
Die „4 Tupften“ aus dem Land um Laa umrahmten den Festakt und begeisterten mit stimmungsvoller Blasmusik.
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