Seeadler Überwinterung Weinviertel NÖ

© WWF/Jari Peltomaeki

March-Thaya-Auen
03/16/2018

Weinviertel als Adler-Winterquartier

Viele der geschützten Vögel aus Österreich und Nordeuropa finden hier "super Lebensräume".

von Lisa Rieger

156 Seeadler verbrachten diesen Winter an den Tieflandflüssen und Auen in Österreich. Besonders beliebt bei den Vögeln ist das Weinviertel. Rund 40 Seeadler überwinterten hier, die meisten davon in den March-Thaya-Auen.

"Die Auen sind ein Herzstück des Überwinterungsgebietes des Seeadlers, weil es super Lebensräume sind. Hier findet er sowohl ein gutes Rast- als auch Nahrungsangebot", sagt Greifvogelexperte Matthias Schmidt von Birdlife. "Der Seeadler lebt überall dort, wo er genug Beute findet. Im Winter frieren kleinere Gewässer häufig zu. Dadurch findet er dort keine Nahrung vor. Deshalb bleibt er im Winter an den großen Flüssen. An der March und Thaya findet er einen halbwegs ungestörten Lebensraum", ergänzt der Biologe Christian Pichler vom WWF.

Lange verfolgt

Seeadler ernähren sich zwar vorwiegend von Fisch, aber auch Enten und Fallwild, wie tote Hasen oder Rehe, fressen sie im Winter. Wichtig ist für sie vor allem aber auch der ungestörte Lebensraum. "Die Seeadler wurden lange Zeit verfolgt, bis in die 1960er Jahre. Bis heute sind sie sehr scheu und flüchten über große Distanzen, wenn sie sich bedroht fühlen", sagt Pichler.

Bis heute meiden die Vögel daher auch stark frequentierte Gebiete. Auch zum Brüten brauchen die Adler Bereiche mit zusammenhängenden alten Baumbeständen, wo sie vom Menschen ungestört sind. "Gerade jetzt sitzen die Seeadler auf ihren Horsten und brüten. Die Jungvögel werden in den nächsten Tagen kommen", sagt Pichler. Rund 15 Brutpaare gibt es im Weinviertel. Der Rest der Vögel, der zum Überwintern nach Österreich gekommen ist, zieht Ende März zurück nach Nord- und Nordosteuropa. "Dort beginnt die Brutzeit später, weil es länger kalt ist", fährt Pichler fort.

"Prinzipiell ist es mit dem Seeadlerbestand in den letzten 15 Jahren bergauf gegangen. Das ist auf die greifenden Schutzmaßnahmen zurückzuführen", sagt Schmidt. Deswegen sei auch die Bedeutung von geschützten und intakten Naturgebieten, wie den Donau-Auen, immens.

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