Chronik | Niederösterreich
17.07.2018

Waldhäusl: Wolf passt nur auf Truppenübungsplatz

Landesrat Waldhäusl spricht sich für die Entnahme ausländischer "Problemwölfe" aus

Für Verwirrung sorgt eine aktuelle Aussendung des für Migration und Tierschutz zuständigen FPÖ-Landesrates Gottfried Waldhäusl, der ankündigt, sich für ein „Wolfsmanagement mit Hausverstand“ einsetzen zu wollen.

„Sämtliche Zwischenfälle der letzten Monate haben nichts mit den Wölfen aus Allentsteig zu tun“, sagt er und bezieht sich damit auf gerissene Schafe, so wie in einem Fall im Wienerwald. Die Schwierigkeiten hätten alleine Wölfe verursacht, die nach nachweislich nicht aus Österreich kamen. Eine Diktion, mit der viele nichts anfangen können.

Sinnlos

„So eine Unterscheidung macht keinen Sinn. Auch die Allentsteiger Wölfe sind von anderswo gekommen“, erläutert dazu Wolfsbeauftragter Georg Rauer auf KURIER-Nachfrage.

Grundsätzlich sieht Waldhäusl für Wölfe in ganz Niederösterreich nur einen Ort, an dem sie überhaupt Platz haben: Den Truppenübungsplatz Allentsteig. „Andere können eine andere Meinung haben, ich sehe das so“, bekräftigt der Mandatar.

„Dort wo ausländische Wölfe zum Problem werden, wird man um eine Entnahme, sprich Bejagung nicht herum kommen“, stellt Waldhäusl fest. Die Politik müsse daher die Frage, „wie viel Wolf unser Land verträgt“, ressortübergreifend beantworten.

Derzeit scheint es so zu sein, dass die Waldviertler Wölfe mangels Beweidung auf dem Truppenübungsplatz keine Gelegenheit haben, Schafe zu reißen. So könnte es sein, dass Jungwölfe, die abgewandert sind, sich auch anderswo alleine an Wild halten. Weshalb sie noch nicht aufgefallen sind, meint Forscher Rauer. Ob das so bleibt, könne man derzeit ebenso wenig abschätzen, wie die Frage, ab welcher Wolfszahl im Land es zu Problemen mit der Bevölkerung kommt. Nur: Vorsorglich Wölfe abzuschießen und Zonen gänzlich wolfsfrei zu halten, widerspricht der EU Schutzrichtlinie, sagt Rauer.

Gilbert Weisbier