Deal in Waidhofen/Ybbs klappte: Eiszauber trotz Finanznot der Stadt
Bürgermeister Werner Krammer (l.) mit Vize Mario Wührer (r.) beim Besuch der Eishalle mit Chefin Christine Mairhofer (m.).
Diskussionen über kaum stemmbare Energiekosten für altbewährte Eislaufplätze gibt es derzeit in mehreren Gemeinden Niederösterreichs. Die Finanznot der Kommunen schwebt wie ein Damoklesschwert über den Anlagen. In Waidhofen/ Ybbs entfloh die ebenfalls finanziell schwer angeschlagene Stadtverwaltung durch ein Partnerschaftsprojekt dem Zusperr-Gespenst.
Noch im vergangenen Herbst wurde der entscheidende Schritt gesetzt, um in wirtschaftlich schweren Zeiten der Bevölkerung das Eislaufvergnügen verlässlich zu garantieren. Die Stadt verzichtete schlichtweg auf ihre Dominanz – und zum Teil auf ihr Eigentum. Man schenkte privaten Unternehmern das Vertrauen. Dabei kaufte man aber ohnehin nicht die Katze im Sack. Die Familie Mairhofer, die die Eishalle als Pächter bereits seit mehr als drei Jahrzehnten zur Zufriedenheit betrieben hatte, wurde über einen Kauf- und Baurechtsvertrags im Oktober des Vorjahres 2025 mit der Hauptverantwortung für die Sporthalle betraut.
Verpflichtung
Das Grundstück bleibt dabei weiterhin im Eigentum der Stadt Waidhofen. Die Mairhofer GmbH erhielt ein auf 30 Jahre befristetes Baurecht und entrichtet dafür eine monatliche Baurechtsgebühr in Höhe von 1.000 Euro. Die bestehenden Gebäude wurden, basierend auf einem unabhängigen Sachverständigengutachten, um 125.000 Euro an die Mairhofers verkauft.
Im Gegenzug verpflichtete sich das Unternehmen zur Instandhaltung der gesamten Anlage und zur fortlaufenden Führung der Eishalle.
Eishalle wird sehr gerne angenommen.
"Diese Regelung schafft nicht nur Planungs- und Investitionssicherheit, sondern stellt auch den dauerhaften Betrieb der Anlage sicher. Das ist uns wichtig, weil die Eishalle ein wesentlicher Bestandteil unseres städtischen Lebens ist“, beschrieb Bürgermeister Werner Krammer (ÖVP) die Überlegungen zum Deal.
Beim nun stattgefundenen Besuch des Stadtchefs mit seinem Stellvertreter Mario Wührer zeigten sich alle Seiten erfreut über den heuer sehr erfolgreichen Betrieb des im Ybbstal beliebten Freizeitareals.
Kein Rotstift
"Unser Zusammenspiel zeigt, dass pragmatische Lösungen in herausfordernden Zeiten gut funktionieren können und dass Freizeitangebote nicht automatisch den Rotstiftmaßnahmen zum Opfer fallen müssen“, kommentierten die Stadtpolitiker ihre Visite und dankten der Familie Mairhofer. Man sei um Familienfreundlichkeit sehr bemüht, mit der Eishalle, die Treffpunkt für alle Generationen sei, gelinge das gut, so die Stadtvertreter.
Die Arbeit hier sei zur Herzensangelegenheit geworden, umso erfreulicher, dass das Angebot gut angenommen wird, sagte Christine Mairhofer. Geöffnet bleibt die Eishalle bis 1. März.
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