Firmenchefin Barbara Schmidl (Mi. re.) hofft auf eine baldige Lösung.

© Gregor Semrad

Dürnstein
10/28/2019

Wachauer Laberl in Platznot: Bäckerei sucht verzweifelt Grund

Traditionsbäckerei in Dürnstein platzt aus allen Nähten / Gemeinde will jetzt weiterhelfen und bei der Suche unterstützen.

von Jürgen Zahrl

Seit der Insolvenz 2014 ist die Traditionsbäckerei Schmidl mit Sitz in Dürnstein und Filialen in Krems wieder auf Erfolgskurs. Auch dank des weltbekannten Wachauer Laberls. Umsatz und Personalstand sind seither stetig angewachsen. Die Auftragsbücher sind voll. Firmenchefin Barbara Schmidl hat viele neue Ideen, aber gleichzeitig ein großes Dilemma.

Seit mindestens zwei Jahren sucht sie in Dürnstein verzweifelt ein Grundstück, um eine moderne Backstube und ausreichend Platz für ihre Mitarbeiter errichten zu können. Bisher vergebens.

Jetzt hat sich sogar die Politik eingeschaltet: Der Dürnsteiner Gemeinderat fasste am Donnerstag einen einstimmigen Beschluss und verspricht tatkräftige Hilfe.

„Der Beschluss besagt, dass die Gemeinde alle ihr zur Verfügung stehende Kräfte nutzen wird, um die Traditionsbäckerei zu unterstützen und sie in der Gemeinde zu halten“, sagt Bürgermeister Johann Riesenhuber. Derzeit seien zwei Standorte in der engeren Auswahl. Ein weiterer Grund soll noch geprüft werden. „Das Problem ist halt die Verfügbarkeit“, gibt der Gemeindechef zu.

Offener Brief

Schon davor wandte sich die Belegschaft, ohne die Chefin zu informieren, mit einem offenen Brief an viele Politiker: „Wir, die 67 Mitarbeiter der Bäckerei Schmidl, schreiben Ihnen, weil wir Angst um den Fortbestand unseres Unternehmens haben. (...) Wir möchten unseren Arbeitsplatz in Dürnstein erhalten“, heißt es etwa in dem Schreiben. Die Mitarbeiter würden es bedauern, wenn die Firma auseinandergerissen wird oder gar aus der Wachau verschwindet. „Für uns ist es nicht akzeptabel, wenn einige tausend Liter Wein – zugegeben aus hervorragender Lage – den Fortbestand von 67 Arbeitsplätzen gefährden“, heißt es. Hintergrund: Vor wenigen Wochen übten Winzer Kritik, dass ausgerechnet ein Weingarten für eine Betriebsstätte verbaut werden soll. Sie sehen das geschützte Landschaftsbild im Weltkulturerbe und die Existenzgrundlage der heimischen Weinbauern in Gefahr.

Derzeit untersucht das Land, ob die vorgesehenen Grundstücke als Gewerbegebiet widmungsfähig sind. „Wir hoffen auf einen möglichst raschen Beschluss, damit wir endlich mit der konkreten Planung beginnen können“, sagt Schmidl.

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