Gerald Hohenbichler: Fahrplan der tschechischen Bahn war besser

© Zahrl Jürgen

Online-Fahrplan
11/25/2013

Vom Weinviertel nach Prag: Zugauskunft schlug nur Routen über Wien vor

Gerald Hohenbichler fühlte sich bei Fahrplansuche von den ÖBB gepflanzt.

von Jürgen Zahrl

Wenn es so weitergeht, fahren wir bald über Hamburg nach Prag.“ Dem Weinviertler Bahnfahrer Gerald Hohenbichler fallen nur zynische Bemerkungen ein, wenn er daran denkt, was ihm der ÖBB-Online-Fahrplan vorschlug, als er mit der Franz-Josefs-Bahn von Limberg nahe der Grenze zum Waldviertel nach Prag fahren wollte. Fast alle angezeigten Verbindungen führten umständlich über Wien und hätten zig Umstiege nötig gemacht. Anstatt sich mindestens sechs Stunden in den Zug zu setzen, nahm er doch lieber wieder sein Auto und war nach zirka drei Stunden am Ziel.

„Mit dieser Streckenpolitik macht sich die Bahn aber keine zusätzlichen Freunde“, sagt Hohenbichler, der sich auch bei der Initiative „Pro Franz-Josefs-Bahn (FJB)“ engagiert. Weil der 52-Jährige fünf Gehminuten vom Bahnhof Limberg, Bezirk Hollabrunn, entfernt wohnt, fährt er meistens Bahn. „Es ist nur traurig, dass man von den ÖBB oft mit der Kirche ums Kreuz geschickt wird und deshalb lieber aufs Auto ausweicht“, sagt Hohenbichler.

Bei der Online-Suche via ÖBB-Fahrplanauskunft nach einer Direktverbindung von Limberg nach Prag habe er erneut ein blaues Wunder erlebt. Drei der vier angezeigten Bahnverbindungen führten nicht, wie angenommen, über Gmünd nach Prag, sondern zuerst nach Wien und dann via Nordbahn und Brünn in die tschechische Hauptstadt. „Bei einer Verbindung hätte man zuerst in Heiligenstadt und dann am Handelskai umsteigen müssen. Von dort wäre man mit dem Regionalzug nach Breslav/Lundenburg und mit der Schnellbahn nach Prag gekommen“, erklärt der 52-Jährige. Auch bei den anderen Verbindungen hätte die Fahrzeit mehr als sechs Stunden betragen.

Schnellere Bahn

Die eine Stunde schnellere Verbindung über Gmünd und Veseli habe Hohenbichler nur im Web-Fahrplan der tschechischen Bahn (CD) entdeckt. „Ich glaube, dass die Franz-Josefs-Bahn mittlerweile vorsätzlich ignoriert wird“, kritisiert der 52-jährige Bahnfahrer und Ex-Eisenbahn-Bedienstete.

ÖBB-Sprecher Christopher Seif weist die Kritik zurück. Das Fehlen einer Verbindung sei vielleicht ein Einzelfall gewesen. „Ansonsten stehen unseren Kunden bei der Abfrage der Bahnverbindungen alle Informationen zu jeder Tageszeit zur Verfügung. Auch internationale Fahrplandaten anderer Länder werden aus dem internationalen HAFAS-System eingepflegt“, betont Seif. Weil es mehrere Bahnverbindungen gibt, die „in Gmünd enden, werden auch Zugverbindungen angezeigt, die über Wien führen“, erklärt Seif dieProblematik.

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