Gnadenhof Wolfsgraben: Rettung für über 60 Tiere in Not

Zwischen Wiesen und Stallungen: Im Tierpark Wolfsgraben erleben Tiere in Not heute ein sorgenfreies Leben.
Zwei Kamele

Zwischen Wiesen und Stallungen im Wienerwald liegt heute ein Ort der Ruhe, doch seine Geschichte beginnt mit Leid. 

Als Gabriele Wodak den Tierpark Wolfsgraben erstmals betrat, bot sich ihr ein erschütterndes Bild. Zahlreiche Tiere lebten unter schlechten Bedingungen, eingesperrt in zu kleinen und verwahrlosten Gehegen.

Gemeinsam mit Helmut Pechlaner und dem Tiergarten Schönbrunn, dessen Direktor Pechlaner von 1992 bis 2007 war, wurden viele von ihnen gerettet. Aus dem ehemaligen Problemfall entstand schließlich ein Gnadenhof, der heute Tieren in Not ein sicheres Zuhause und eine zweite Chance bietet. Den Gnadenhof gibt es mittlerweile seit 26 Jahren.

Über 60 Tiere leben mittlerweile auf dem Hof von Gabriele Wodak. Von Katzen bis hin zu Kamelen findet sich hier eine große Vielfalt an Tierarten mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen.

Leben in großen Herden

Sie kommen aus den verschiedensten Gründen auf den Gnadenhof, etwa aus schlechter Haltung, nach unüberlegter Anschaffung oder weil sie ausgesetzt wurden. Häufig erhält Gabriele Wodak Anrufe oder E-Mails, aber auch Amtstierärzte wenden sich an sie, wenn sie dringend Platz für ein Tier benötigen.

So unterschiedlich wie ihre Geschichten sind auch die Tiere selbst. Ein Karakal, Affen und Waschbären sind in großzügigen Gehegen mit viel Auslauf untergebracht, während sich Pferde und Esel frei über die Wiesen bewegen und ihr Leben in großen Herden genießen.

Mit den Minirindern Willy und Fanny geht Gabriele Wodak regelmäßig spazieren. Eine Idee, die sich zu einer kleinen Attraktion entwickelt. „Die beiden sind beim Spazieren wie Hunde“, erzählt sie. Vorbeigehende Spaziergänger werden dabei nicht selten mit einem freundlichen „Muh“ begrüßt.

Schicksale, die berühren

Doch nicht alle Geschichten sind so unbeschwert. Besonders bewegend ist die Geschichte von Wenzel. Als kleines Rehkitz wurde er bei Mäharbeiten schwer verletzt und verlor dabei ein Auge. Lange Zeit war ungewiss, ob er überleben würde, doch mit viel Pflege und Geduld kämpfte er sich zurück ins Leben. An seiner Seite ist Tilly, die als Kitz ihre Mutter durch einen Autounfall verlor und von Menschen aufgezogen wurde. Dadurch ist sie bis heute sehr zutraulich und sucht immer wieder die Nähe zu Besuchern.

Gleichzeitig öffnet der Hof seine Türen für Besucher. Neben Führungen durch den Tierpark werden auch Eselspaziergänge angeboten, sogar Kindergeburtstage können hier gefeiert werden.

Informationen sowie Kontaktmöglichkeiten sind unter tierpark-wolfsgraben.at zu finden.

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