© KURIER/Stephan Boroviczeny

Chronik Niederösterreich
12/05/2011

Vier Kilo Heroin im Kanal versteckt

Fahnder konnten bei Krems eine fünfköpfige Dealerbande verhaften. Dafür mussten sich die Ermittler im Wald auf die Lauer legen.

von Johannes Weichhart

Die Falle schnappte in einem Waldgebiet zwischen Krems und Egelsee zu. Als sich Agim K. und Stefan S. einem Erdhaufen näherten und zu graben begannen, wurden sie von Beamten der Spezialeinheit Cobra festgenommen. Gut versteckt in einem Kanalrohr fanden die Fahnder schließlich 4,3 Kilogramm Heroin. Das Suchtgift hat einen Schwarzmarktwert von rund 170.000 Euro und dürfte einer der größten Funde in Krems überhaupt sein.

Kurze Zeit später klickten bei Hausdurchsuchungen für zwei weitere Verdächtige, Ebip D. und Petrik S., die Handschellen. Entdeckt wurden in den Wohnungen unter anderem Kokain und verbotene Waffen.

"Die Täter wollten sich in Österreich offenbar ein größeres Dealer-Netzwerk aufbauen. In Tirol und Wien hatten sie schon Kontaktleute gefunden", erzählt ein Ermittler des Landeskriminalamtes NÖ im Gespräch mit dem KURIER. Alleine in Krems und Umgebung konnten in der Folge insgesamt 35 Heroin- und Kokain-Abnehmer ausgeforscht werden. Sie wurden allesamt angezeigt.

Hintermänner 

Den Stoff hatte die Bande nach Erkenntnissen der Fahnder mit Linienbussen von Mazedonien nach Österreich und teilweise auch weiter nach Deutschland geschmuggelt. Obwohl sich die Gangster im Alter von 24 bis 36 Jahren über ihre Hintermänner ausschweigen, schafften es die Kriminalisten, einen weiteren Komplizen in Deutschland auszuforschen.

Nach Hinweisen an das Bundeskriminalamt sitzt nun auch der 33-jährige Agron P. hinter Schloss und Riegel. Er soll den Drogenschmuggel nach Niederösterreich mitorganisiert haben.

Das Versteck im Wald dürften die Gangster übrigens nicht zufällig gewählt haben. "Es gibt dort keinen Handy-Empfang. Auch das GPS funktioniert in diesem Gebiet nicht." Dafür funktionierten die feinen Nasen der Diensthunde des Landespolizeikommandos ausgezeichnet. Sie erschnüffelten die Drogen, die Ermittler wussten deshalb, wo sie sich auf die Lauer legen konnten.

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